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Eine Kraftsuppe stärkt unsere Abwehrenergie und je länger die Brühe gekocht wird, umso mehr Yang (Wärme) und Qi (Energie) enthält sie. Fleischkraftsuppen werden nur vorbeugend oder zum Aufbau verwendet, da empfohlen wird, während eines Infekts möglichst wenig tierisches Eiweiß zu essen. Wenn wir bereits erkältet sind, ist es besser nur leichte Kost zu essen, wie eine Reissuppe oder eine Gemüsekraftbrühe. Die Kochzeit einer Kraftsuppe kann zwischen einer und vier Stunden liegen. Fleisch wird in der TCM als sehr potentes Nahrungsmittel gesehen – die Kraftsuppe mit Fleisch wirkt noch stärkender wie eine Gemüsekraftsuppe.

Wirkung:

  • baut Qi auf
  • wärmt – stärkt unser Yang
  • stärkt unsere Mitte, Niere und Leber
  • nährt das Blut

Anwendung:

  • zur Stärkung bei allgemeiner Schwäche
  • bei Qi– und Blutmangel
  • um unsere Abwehrenergie zu stärken
  • nach einem Infekt zum Aufbau
  • nach einer Geburt

Zutaten:Element:
Huhn (ganz oder Keulen)Holz
1 Stk. Rote Rübe mit Schale (nach Bedarf)Feuer
3 – 4 Shiitake Pilze (getrocknet)Erde
KarottenErde
Sellerie (nach Bedarf)Erde
Kohlrabi (nach BedarfErde
Stück IngwerMetall
3 Stamperl chin. Reiswein (gelb)Metall
SalzWasser
2-3 Liter WasserWasser
  

Zubereitung: 


Zuerst die getrockneten Shiitake Pilze im Wasser einweichen (10 – 15 Minuten). Derweil Huhn, Ingwer und Gemüse (je nachdem was du zu Hause hast) waschen. Ich verwende immer biologische Zutaten und schäle nur bei Bedarf Kohlrabi und Sellerie.

Dann zuerst das Fleisch in den Topf geben, kaltes Wasser und 1 Stamperl Reiswein hinzufügen und alles zum Kochen bringen. Auf höherer Stufe ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis sich weißer Schaum bildet. Das Wasser mit dem Schaum danach wegschütten.

In den Topf kommt jetzt wieder das Huhn, sowie Ingwer, Gemüse, 2 Stamperl Reiswein. Mit mind. 2 Liter heißem Wasser aufgießen, kurz aufkochen lassen und danach die Temperatur zurück drehen. Die Shiitake Pilze hinzufügen, Deckel drauf und die Suppe zw. 1 – 2 Stunden köcheln lassen. Die Suppe nach Geschmack mit Salz abschmecken. 

Kräuter: 


Ich füge der Suppe auch sehr gerne chinesische und westliche Kräuter hinzu. Meistens Gojibeeren, chinesische rote Datteln, Ginseng und zum Beispiel Petersilie oder Liebstöckel. Diese Zutaten gebe ich meisten in einem Tee-Ei in die Suppe. 

Gojibeere und chinesische rote Dattel nähren besonders gut unser Blut.

Info: 

Wenn die Kraftsuppe länger als eineinhalb Stunde kocht, dann seihe ich zum Schluss alles ab und verwende das Gemüse nicht als Einlage (hebe es aber auf – es kann anderweitig verwendet werden). Stattdessen tausche ich das Gemüse zum Ende aus und lasse das frische Gemüse noch 30 Minuten mitkochen, um es als Suppeneinlage zu verwenden. Das Fleisch (Brust und Keule) nach einer Stunde ablösen und beiseitestellen. Wer es einfacher mag, kann auch nur Keulen kaufen und diese verwenden.

Die Shiitake Pilze sind eine absolute Geschmacksbombe! Wenn ich die Pilze verwende, benutze ich keine weitere Würze bis auf Salz. Wer keine Shiitake Pilze hat, kann einen Bio-Suppenwürfel verwenden.

Als Suppeneinlage verwende ich gerne Reis (Basmatireis). Dieser ist sehr bekömmlich, glutenfrei und gut für unsere Mitte. Die Suppe kann mit Reis und Gemüse auch gut als pikantes Frühstück gegessen werden.

Info: Beim Kochen nach TCM sollen immer alle Elemente enthalten sein. Je nach Jahreszeit und Vorliebe kann die Zutatenliste angepasst werden. Hilfreich für die Auswahl der Zutaten ist eine TCM Nahrungsmittelliste. 

Variationen:

Im Frühling dürfen viele frische Kräuter hinein – um das Leber-Qi zu bewegen und zu aktivieren, auch Stangensellerie und Petersilienwurzen sind gut geeignet, als Suppeneinlage zum Beispiel Grünkern. Im Sommer kann man eine Tomate mitkochen (oder eine rote Rübe wie oben), da dies eine schöne Farbe erzeugt und das Blut nährt. Im Sommer kann auch die Kochzeit etwas kürzer sein. Für den Herbst und die Übergangszeiten nährt  Kohlrabi, Rettich oder Lauch wunderbar die Lunge und den Darm. Im Winter können weiße oder schwarze Bohnen mitgekocht werden, diese stärken die Nierenenergie oder ein kleines Stück Wakame-Alge. 

Haltbar machen: 
Um die Hühnerkraftsuppe auf Vorrat zu haben, kann man die heiße Suppe in gereinigte Schraubgläser füllen, alles auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren (haltbar für einige Wochen). Die Gläser im Geschirrspüler mit der heißesten Stufe waschen oder die Gläser im Backrohr bei ca. 120 Grad, 10 Minuten desinfizieren und die Deckel kurz auskochen.

Im Frühling ist die Zeit für Neubeginn, Aufbruch und Wachstum, die Energie strebt nach oben und außen. In der Natur beginnen die Pflanzen zu wachsen und auch unsere Energie bekommt neuen Aufschwung. Wir fühlen uns wach und spüren wieder mehr Lebenslust und Tatkraft.

Die zugehörigen Organe zum Holzelement sind Leber und Gallenblase.

Aufgaben Leber:              

  • Die Leber kontrolliert den freien Fluss von Qi (Lebensenergie) und Blut
  • Sie speichert unser Blut und stellt bei Bedarf die nötige Menge zur Verfügung
  • Kontrolle über die Sehnen und den Muskeltonus
  • Finger- und Fußnägel werden auch über die Leber versorgt (Bei einem Mangel sind die Nägel rissig, brüchig oder haben Rillen)
  • Die Leber benötigt ausreichend Blut um Muskeln, Sehnen, Nägel und die Augen zu versorgen
  • Das Sinnesorgan sind die Augen
  • Organzeit: von 01:00 bis 03:00 Uhr (Schlafstörungen in dieser Zeit, können auf eine Dysbalance der Leberenergie hinweisen)
  • Positive Eigenschaften: Toleranz, Kreativität, Vitalität
  • Negative Emotion: Wut, Zorn, Gereiztheit, Frustration

Aufgaben Gallenblase:              

  • Die Gallenblase speichert die Gallenflüssigkeit und gibt diese dann an den Darm ab
  • Positive Eigenschaften: Mut und Entschlossenheit
  • Organzeit: von 23:00 bis 01:00 Uhr

Für die Leber ist es wichtig, sich entfalten zu können. Eine Einengung des Lebensstiles, sowie nicht den Lebensweg zu gehen, den man gerne möchte, engen die Leberenergie ein und können Disharmonien verursachen. Wichtig ist, dass richtige Maß an Wachstum und aufsteigender Energie. Wenn die Energie zu übermächtig wird und zu schnell oder kräftig nach oben steigt, können sich Beschwerden im Kopf-,  Nacken- und Schulterbereich zeigen. Dies kann sich z.B. in Verspannungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Schwindel äußern. Eine Dysbalance kann sich dann auch im emotionalen Bereich zeigen, wie Ärger, Wut und Zorn.

Bei der Tuina Massage wird mit speziellen Griffen, die Leberenergie befreit und mittels Akupressur die Energie positiv beeinflusst. Bei einer angenehmen Fußmassage wird die aufsteigende Leberenergie wieder nach unten geholt. Weiters werden noch verschiedene Hilfsmittel wie Gua Sha, das Schröpfen oder die Schröpfmassage angewendet. Diese Techniken werden auf bestimmten Hautzonen durchgeführt, welche einen direkten Bezug zu den Organen haben.

Auch die Entgiftung ist speziell im Frühjahr ein großes Thema. Um unsere Entgiftungsorgane die Leber und die Nieren zu entlasten, bzw. um auch unserem Magen-Darm-Trakt etwas Gutes zu tun, können z.B. mit der Schabetechnik und der Schröpfanwendung Giftstoffe besser über die Haut abtransportiert werden.

Allgemeine Ernährungstipps:

Der saure Geschmack wird dem Holzelement zugeordnet.

Wirkung: bewahrt unsere Körpersäfte, zieht zusammen, leitet nach innen und unten. Die meisten sauren Nahrungsmittel haben eine erfrischende und kühlende Wirkung, wie zum Beispiel Sprossen, Zitrusfrüchte, Essig. In kleiner Menge regt der saure Geschmack die Leber an und wirkt besänftigend bei aufsteigender Leber Energie. Zum Beispiel etwas frisch gepresste Zitrone oder ein guter Essig über den Salat oder etwas Zitronenwasser wirkt erfrischend und harmonisierend. Zu viel davon hat aber die gegenteilige Wirkung und macht im wahrsten Sinne des Wortes „Sauer“ (schwächt unsere Muskeln und kann zu Hautbeschwerden führen).

Tipp: Bei einer beginnenden Erkältung eignen sich Zitrusfrüchte allerdings nicht, da sie den pathogenen Faktor weiter ins Körperinnere ziehen. Zu viel saure Nahrungsmittel sollten auch bei einer Feuchtigkeitsproblematik, wie Übergewicht oder Wasseransammlungen gemieden werden.

Lebensmittel die unser Leber-Qi im Frühling bewegen und regulieren:
Reis, Dinkel, Grünkern, Stangensellerie, Sellerie, Radieschen, Rettich, Frühlingszwiebel, Lauch, Artischocke, Chinakohl, Kohlrabi, Paprika, grünes Blattgemüse, gekeimte Sprossen, Löwenzahn, Bärlauch, etwas bittere Blattsalate wie Chicorée, Endivie, Rucola (regen die Gallentätigkeit an), frische Kräuter wie Liebstöckel, Petersilie, Brunnenkresse, Vogelmiere, Sauerampfer, Rhabarber, etwas Zitrone, Schafgarbentee, Chrysanthemen-Rosenblütentee, Brennnesseltee, Löwenzahntee.

Der Körper benötigt jetzt nun weniger Fleisch wie im Winter, da es wieder wärmer wird. Anstatt Kraftsuppen sind jetzt kurz gekochte Gemüsesuppen besser geeignet.

Lebensmittel die das Leber-Blut nähren:
Süßreis, Sesam, Rote Rübe, Brokkoli, Spinat, Mangold, Karotte, Shiitake, Linsen, Tofu, Feldsalat, Petersilie, Vogelmiere, Sauerampfer, Brunnenkresse, alle roten Beeren, Kirschsaft, Traubensaft, Granatapfelsaft, chinesische rote Dattel, Gojibeere.

Im Winter hat das Yin seinen Höhepunkt erreicht und diese Zeit steht besonders für Ruhe, Besinnlichkeit und Rückzug nach Innen. Auch in der Natur wird es ruhig und alle sammeln und speichern ihre Kräfte für den Frühling. Die Organe vom Wasserelement sind Niere und Blase.

In der Niere sagt man, sind die wahren Kräfte des Lebens gespeichert. Es sind die Energien, welche uns von den Eltern mitgegeben werden. Von unserem Vater bekommen wir die Yang-Energie (Feuer) und von unserer Mutter die Yin-Energie (Wasser). Diese Ur-Lebensessenz wird in der Niere gespeichert und nimmt im Laufe des Lebens langsam ab. Diese Essenz bestimmt Fortpflanzung, Geburt, Wachstum, Entwicklung, sowie den Alterungsprozess. Damit diese Essenz nicht zu rapide aufgebraucht wird, können wir sie mit einer guten Ernährung und einem adequaten Lebensstil etwas schützen. Es ist wichtig das Yin und Yang immer in einem harmonischen Verhältnis sind.

Aufgaben Niere:

  • Die Niere speichert die vor- und nachgeburtliche Essenz
  • Die Essenz bestimmt Fortpflanzung, Geburt, Wachstum, Entwicklung und Alterungsprozess. Bei einem Mangel kann sich das in Wachstumsstörungen, Impotenz, Schwangerschaftsproblemen oder einer vorzeitigen Alterung zeigen
  • Die Essenz produziert Gehirn, Mark und Knochen. Bei einer Schwäche kann es zu Osteoporose, lockeren Zähnen oder Gedächtnisschwund kommen
  • Sie regiert das Nieren-Feuer, also die allgemeine Körperwärme, die Libido und stellt die nötige Wärme für die Milz zur Verfügung. Nur mit genügend Wärme, kann die Milz unsere Nahrung ausreichend umwandeln, um daraus Energie zu produzieren. (Kalte Füße sind ein Zeichen von zu wenig Nieren-Feuer)
  • Sie steuert die Produktion und Bewegung der Körperflüssigkeiten. Die „reinen“ Anteile werden verdampft und zur Lunge geleitet, die „trüben“ und überschüssigen Anteile werden über die Blase ausgeschieden
  • Die Niere ist an der Atembewegung mitbeteiligt, da sie das Qi von der Lunge empfängt. Wenn die Niere dieser Funktion nicht nachkommen kann, können Atembeschwerden entstehen
  • Die Energiebewegung der Niere ist zusammenziehend und speichernd.
  • Körpergewebe, welches der Niere zugeordnet sind: Knochen, Knochenmark, Gehirn, Kopfhaar, Zähne und Geschlechtsorgane
  • Das Sinnesorgan sind die Ohren
  • Der Geschmack ist salzig
  • Die zugehörige Farbe ist schwarz
  • Der Geistesaspekt der Niere ist Zhi, welcher für Willenskraft steht
  • Organzeit: von 17:00 bis 19:00 Uhr
  • Positive Eigenschaften: Weisheit, Durchhaltevermögen, Urvertrauen
  • Negative Emotionen: Angst, Mutlosigkeit, Herrschsucht

Aufgaben Blase:

  • Die Blase scheidet die „trüben“ Anteile in Form von Urin aus. Für diesen Vorgang benötig sie die nötige Energie und Wärme von der Niere
  • Organzeit: von 15:00 bis 17:00 Uhr


Gerade in der Winterzeit wird oft deutlich, wie wichtig es ist den Körper warm zu halten und ausreichend Ruhe zu finden, um unsere Nieren Energie gut zu schützen. Die Wärme wird für viele Funktionen und Lebensprozesse in unserem Körper benötigt. Wasseransammlungen sind zum Beispiel ein Zeichen für fehlendes Yang.

Ein klassisches Beschwerdebild, welches auch dem Organpaar Niere/Blase zugeteilt wird, sind Rückenschmerzen. Der Blasenmeridian verläuft über den gesamten Rücken und ist der längste Meridian im Körper. Oft ist dieser Meridan geschwächt und nicht ausreichend mit Energie und Wärme versorgt. Da aber Rückenschmerz nicht gleich Rückenschmerz ist, wird in der Chinesischen Medizin vor jeder Behandlung eine genaue Befragung durchgeführt. Dannach wird ein genaues Arbeitskonzept erstellt, welches immer an die Bedürfnisse der Person angepasst ist. Mit Tuina Anmo kann dann ganz gezielt der Meridian gestärkt und mit Techniken wie Moxibustion, auch Wärme zugeführt werden.  

Allgemeine Ernährungstipps:

  • Walnüsse, scharfe Gewürze wie Ingwer, Pfeffer, Chili, Zimt oder Nelke, sowie Yogi-Tee und  Ingwertee unterstützen das Nieren-Feuer
  • Weißer und schwarzer Sesam, sowie schwarze Bohnen sind bei einer Nieren-Yin Schwäche hilfreich.
  • Im Winter sind eher yangisierende (erwärmende) Kochmethoden angesagt, wie z.B. Backen, Rösten, Grillen, langes Kochen, Schmoren oder Kochen mit Alkohol.
  • Eine kräftigende Hühner- oder Rindsuppe mit Wurzelgemüse und erwärmenden Kräutern, untersützt auch unser Nieren-Yang. 

Was sollte eher vermieden werden:

  • Kalte Nahrungsmittel wie zuviel Rohkost und Salate, Tomate, Gurke, Wassermelone, Banane, Kiwi, zuviel pure Obstsäfte – wirken auch abkühlend und befeuchtend
  • Milchprodukte (vorallem Eis, Joghurt und Milch)
  • zu viel Zucker und Süßspeisen
  • kalte Getränke, Mineral, Bier,
  • Tiefkühlprodukte

Der Herbst ist die zunehmende Yin-Phase, da er genau zwischen der höchsten Yang-Phase (Sommer) und der größten Yin-Phase (Winter) liegt. In dieser Zeit beginnt sich die Energie langsam nach innen zurückzuziehen. In der Pflanzenwelt ziehen sich die Säfte in die Wurzeln zurück, die Blätter vertrocknen und fallen ab. Genauso wie die Feuchtigkeit aus der Luft weggezogen wird und sich dann als Morgentau am Boden sammelt. Auch bei uns Menschen wird diese Trockenheit vorallem an der Haut oder in Form von trockenem Husten, in dieser Zeit oft spürbar.

Die Organe Lunge und Dickdarm werden diesem Element zugeordnet.

Aufgaben Lunge:

  • Die Lunge versorgt unseren Körper über die Atmnung mit Qi und verteilt diese Energie zusammen mit der Energie aus der Nahrung (Nahrungs-Qi der Milz) im ganzen Körper
  • Eine weitere Form von Qi ist das Abwehr-Qi, welches die Lunge zu unserer Haut transportiert; Somit ist die Lunge für die Immunkraft wesentlich verantwortlich
  • Sie kontrolliert die Haut und die Körperhaare, sowie das Öffnen und Schließen der Poren; Ist die Funktion der Lunge gut, so ist die Haut rosig, glatt und widerstandsfähig
  • Die Haut ist auch zuständig für Abgrenzung, Schutz und Kontakt mit der Außenwelt, sowohl physisch als auch emotional
  • Die Energie der Lunge steigt abwärts, bei Störungen kann es zu Atembeschwerden kommen
  • Das Sinnesorgan ist die Nase
  • Der Geschmack ist scharf
  • Die zugehörige Farbe ist weiß, silbern
  • Der Geistesaspekt der Lunge ist Po und ist wichtig für unser Empfinden und unseren Überlebensinstinkt
  • Organzeit: von 03:00 bis 05:00 Uhr
  • Positive Eigenschaften: Zuverlässigkeit, Disziplin, Gerechtigkeitssinn, Abgrenzung
  • Negative Emotion: Trauer, Kummer, Egoismus, Rücksichtslosigkeit

Aufgaben Dickdarm:

  • Der Dickdarm übernimmt den Nahrungsbrei vom Dünndarm und scheidet die trüben Anteile als Stuhlgang aus
  • Die Hauptaufgabe ist somit, Altes loszulassen, auch seelischen Ballast
  • Damit die Energie vom Dickdarm gut absteigen kann, unterstützt hier das Lungen-Qi (Bei Störungen kann es zu Verstopfung und Atembeschwerden kommen)
  • Organzeit: von 05:00 bis 07:00 Uhr

Um unsere Lunge gut zu unterstützen ist Bewegung an der frischen Luft das ideale Mittel der Wahl.  Da die Trockenheit im Herbst ein wesentliches Thema ist, sollten auch die Räume gut gelüftet werden und für eine gute Luftfeuchtigkeit, können Wassergefäße auf die Heizung gestellt werden.

Bei einer Tuina Massage wird mittels Akupressur und spezieller Grifftechnik auf der Haut gearbeitet. Es wird großflächig über Meridianketten massiert und über Akupunkturpunkte können gezielt die Organe angesprochen werden. Somit kann auch hier das Lungen-Qi gestärkt und die verteilende Funktion der Lunge gut aktiviert werden. Der ganzheitliche Ansatz steht immer im Vordergrund und so wird die Anwendung auch eingesetzt, um unser allgemeines Wohlbefinden, die Immunkraft und unsere Energie zu fördern. 

Allgemeine Ernährungstipps:

  • Der scharfe Geschmack wie jener von Chili, Ingwer und Pfeffer öffnet die Körperoberfläche, bewegt das Qi nach außen und macht die Lunge „durchgängig“.
    Diesen Effekt macht man sich z.B. bei Erkältungskrankheiten zunutze, um die Kälte zu vertreiben.
  • Bei Trockenheit, wie trockenem Husten und trockenen Schleimhäuten, helfen Birnen (z.B. als Kompott oder Saft), Mandelmus oder Honig.
  • Ingwer und Kardamom wirkt gut bei schleimigem Husten. Auch zu empfehlen ist ein Tee aus getrocknetetn Mandarinenschalen.
  • Um unser Immunsystem zu stärken eignen sich Kraftsuppen, welche lange gekocht und mit Kräutern ergänzt werden.

Das Feuerelement ist die große Yang-Phase und steht für Hitzeprozesse, Expansion, für unseren Geist, Bewusstsein, Inspiration, Lernfähigkeit, Kommunikation, Begeisterung und Freude. Die zugehörigen Organe zum Feuerelement sind Herz und Dünndarm.

Aufgaben Herz:

  • Das Herz ist der Kaiser unter den Organen
  • Unser Herz ist für die Blutbildung und die Zirkulation verantwortlich
  • Es hat die Kontrolle über die Sprache und den Redefluss (Stottern z.B. zeigt eine Disharmonie der Herzenergie an)
  • Das Herz kontrolliert das nächtliche Schwitzen
  • Das Sinnesorgan ist die Zunge
  • Der Geschmack ist bitter
  • Die Farbe des Herzens ist Rot (Rote Nahrungsmittel stärken unser Herzblut)
  • „Shen“ unser Geist ist im Herzen verankert. Störungen können sich in Unruhe oder Schlaflosigkeit äußern
  • Organzeit: von 11:00 bis 13:00 Uhr
  • Positive Eigenschaften: Freude, Optimismus, Begeisterung, Kommunikation
  • Negative Emotionen: Übererregung, Begierde, fehlende Freude

Aufgaben Dünndarm:

  • Der Dünndarm empfängt vom Magen den Nahrungsbrei, wo er dann weiter umgewandelt wird
  • Er trennt die trüben und klaren Anteile der Flüssigkeiten auf
  • Emotional steht er für die Trennung von wesentlichen und unwesentlichen Lebensthemen, sowie Klarheit im Handeln und Denken
  • Organzeit: von 13:00 bis 15:00 Uhr

Im Sommer ist es wichtig, unseren Körper zu harmonisieren und richtig zu kühlen. Im Gegensatz zum Winter können nun öfter Salate und Rohkost gegessen werden. Unserem Körper tun trotzdem warme Mahlzeiten gut und deshalb sollten auch im Sommer gekochte Speisen bevorzugt werden. Denn zu viele kalte Lebensmittel und eiskalte Getränke schwächen unser Verdauungsfeuer – das Yang im Körper. Dies kann dazu führen, dass wir im Herbst anfälliger für Infektionserkrankungen sind, dauernd einen aufgeblähten Bauch haben, uns müde und träge fühlen oder Wasseransammlungen in den Beinen haben – obwohl wir ja „nur“ einen Salat oder eine Brotjause gegessen haben. Die Gerichte im Sommer dann einfach lauwarm genießen.

Generelle Anzeichen von zu viel Hitze im Körper:
Sodbrennen, Verstopfung, trockene Augen und Mund, Unruhe, Schlafstörungen, bitterer Mundgeschmack, rotes Gesicht, Verlangen nach kalten Getränken, wenig dunkler Urin, Hitzewallungen, rote Hautausschläge.

Was eignet sich gut bei Hitze?
Zu empfehlen sind gekochte Gerichte mit Getreide und erfrischendem Gemüse. Generell ist es ratsam, im Sommer weniger Fleisch, dafür mehr Gemüse und Obst zu essen. Obst wirkt grundsätzlich neutral bis kühlend, nur gelegentlich wärmend. Je mehr Wassergehalt eine Frucht oder auch Gemüse hat, desto kühler wirkt es.

Vermeiden: Die Extreme = zu heiße und trockene Lebensmittel – scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer, Zimt und Ingwer, Lammfleisch, Alkohol, Nikotin, sowie zu viel von sehr abkühlenden Lebensmitteln wie Tomate, Gurke, Melone, Eis, Smoothies aus rohem Gemüse und Obst.

Für alle Grill-Fans empfiehlt sich genügend neutrale und erfrischende Lebensmittel, wie Reis, Kartoffeln und gedünstetes Gemüse, zu gegrilltem Fleisch zu essen. Dadurch wird die hitzige Wirkung des Fleisches etwas neutralisiert. (Grillen stärkt das Yang, Dünsten und Dämpfen stärkt das Yin)

Tipp:

  • Warmes Frühstück mit einem sommerlichen Kompott
  • Salat aus gekochtem Getreide und Gemüse, etwas abkühlen lassen und erst dann genießen
  • Gekochte Speisen mit einem leicht bitteren Blattsalat
  • Suppen mit erfrischendem Gemüse wie Tomate, Zucchini, Paprika
  • Dünsten, Dämpfen, Blanchieren, Kochen mit viel Saft – nährt unsere Körpersäfte und Blut

Nahrungsmittel:
Reis, Kartoffel, Hirse, Amaranth, Buchweizen, Polenta, Süßreis, Spinat, Mangold, Rucola, Feldsalat, Chinakohl, Chicorée, Endivie, etwas Löwenzahn, rote Rüben, Kohl, Tomate, Gurke, Paprika, Champignons, Zucchini, Stangensellerie, Kohlrabi, Artischocke, Wurzelgemüse ist gut für die Mitte, Miso, Algen, Kichererbse, Linse, Käferbohne, Huhn, Ente, Kaninchen, Fisch, rote Beeren (für unser Blut), Kirsche, rote Traube, Zwetschke

Gewürze/Kräuter:
Kurkuma, Rosmarin, Thymian, Majoran, Koriander, Bockshornkleesamen, Oregano, Basilikum, Salbei, Wacholder, Kakao, Vanille und Kardamom

Bei starker innerer und äußerer Hitze kann das Gemüse, wie z.B. Tomate und Gurke, auch roh gegessen werden. Nach der TCM wirken sie abkühlend und erfrischend.

Erfrischende Getränke wie Wasser mit Zitrone (ohne Kohlensäure), Ananassaft, Sanddornsaft, Kokoswasser, lauwarmer Tee aus Pfefferminze, Melissen-, Rosenblüten- oder Früchtetee, Tee mit Salbei hilft bei übermäßigen Schwitzen.

Der bittere Geschmack wird dem Feuerelement zugeordnet und wirkt trocknend, entgiftend, entzündungshemmend, ausleitend und in kleinen Mengen fördert er die Verdauung. Der bitter-kalte Geschmack (z.B. von Salaten) kühlt und senkt die Hitze. Kleine Mengen an Kaffee sind förderlich um unseren Geist anzuregen ☺ (gut mit Kardamom).

Weitere Hilfsmittel der TCM:
In der Tuina Massage kann bei Hitze Syndromen z.B. mit Gua Sha die Hitze ausgeleitet werden. Wenn Hitze im Körper vorhanden ist, wirkt Gua Sha oft sehr befreiend und fördert einen besseren Schlaf. Auch eine entspannende Handmassage mit Akupressur beruhigt und entspannt unser Herz-Qi.

Tipp bei großer Hitze:
Wenn du lange der Sonne ausgesetzt bist, kannst du dir am Abend kalte Handtücher auf die Unterschenkel legen. Damit wird die Hitze vom Kopf nach unten geholt.

Selbsthilfe, um unsere Herzenergie zu harmonisieren:

  • Sich Momente der Ruhe und Entspannung gönnen
  • Ab und zu ein Mittagsschläfchen machen
  • Dinge tun, die uns und anderen Freude bereiten
  • Sich in Achtsamkeit üben
  • Öfters lachen
  • Dinge innerlich loslassen

Viel Vergnügen und Freude bei der Umsetzung und einen erfrischenden Sommer! 🙂

Das Erdelement entspricht „der Mitte“ und steht speziell für den Spätsommer, aber auch für alle Übergangszeiten. Die entsprechenden Organe vom Erdelement sind Milz und Magen. Sie sind verantwortlich für den Verdauungsprozess und die Milz hat nach östlicher Anschauung mehr „Funktionen“ als aus rein schulmedizinischer Sicht. Aufgrund ihrer Verdauungsfunktion werden Milz und Magen oft mit einem Kochtopf verglichen. Im Magen wird die Nahrung gereift und aus diesem Nahrungsbrei werden mit Hilfe der Milz wertvolle Nahrungsessenzen extrahiert. Diese feinen Essenzen gelangen zum einen zur Lunge (wichtig für unsere Abwehrkraft) und zum Herz, welches dann Blut erzeugt.

Aber nicht nur Nahrung wird in Milz und Magen verdaut, sondern auch geistige Eindrücke. Denken, Konzentration und ein gesunder Menschenverstand werden ebenfalls  der Milz zugeordnet.

Aufgaben Milz:

  • Die Milz wandelt unsere Nahrung in Qi (Lebensenergie) um und ist für den weiteren Transport verantwortlich
  • Die Milz hält das Blut in den Gefäßen und die Organe an ihrem Platz (Bei einer Schwäche kann es z.B. zu einem Organprolaps kommen)
  • Kontrolle über Muskulatur, Fettgewebe und Bindegewebe
  • Das Sinnesorgan ist der Mund
  • Der Geschmack ist süß
  • Die zugehörige Farbe ist gelb
  • Der Geistesaspekt der Milz ist Yi und steht für Konzentration und das Denken
  • Organzeit: von 09:00 bis 11:00 Uhr
  • Positive Eigenschaften: Achtsamkeit, logisches Denken, praktische Veranlagung
  • Negative Emotionen: Sorgen, Grübeln, Fanatismus

Aufgaben Magen:

  • Der Magen ist für die Fermentierung und Reifung der Nahrung verantwortlich
  • Zusammen mit der Milz, sorgt der Magen für den Transport der Nahrungsessenzen, vor allem zu den Extremitäten (bei einem Mangel kann es zu Muskelschwäche kommen)
  • Der Magen ist die Quelle der Flüssigkeiten und transformiert aus einem Teil der festen und flüssigen Nahrung wichtige Körperflüssigkeiten
  • Die Energie des Magens steigt abwärts, bei einer Störung kann es zu Aufstoßen, Völlegefühl oder Erbrechen kommen
  • Organzeit: von 07:00 bis 09:00 Uhr

Generell kann man sagen, dass es immer wichtig ist, auf unsere „Mitte“ zu achten. Denn die Verdauungsorgane sind wesentlich dafür verantwortlich, dass wir uns energiegeladen und ausgeglichen fühlen.

Wie merke ich, dass mein Milz-Qi geschwächt ist?
Es können sich vor allem Verdauungsbeschwerden zeigen, sowie Müdigkeit, Muskelschwäche, Heißhunger, Konzentrationsmangel, breiige Stühle, Neigung zu Wasseransammlungen, häufige Infektionen.

Bei einer Tuina Anwendung kann mittels Akupressur und Massage das Milz-Qi angeregt werden. Das Gewebe wird gelockert, gewärmt und das Qi und Blut wird angeregt. Die Anwendung kann mit Moxa unterstützt werden, wenn speziell Wärme gebraucht wird. Und die Wärme in unserer „Mitte“ ist besonders wichtig, um die Nahrung gut umzuwandeln.

Allgemeine Tipps für ein gutes Milz-Qi:

  • Am besten 3 x täglich warm essen
  • Zu regelmäßigen Zeiten essen
  • In Ruhe essen und gut kauen
  • Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein Bürger, Abendessen wie ein Bettelmann
  • Auf eine gute Qualität der Nahrungsmittel achten
  • Verzichten Sie auf Fertig- und Tiefkühlprodukte, sowie Mikrowellengerichte
  • Meiden Sie Milchprodukte, Weizen, weißen Zucker und kohlensäurehaltige Getränke
  • Reduzieren Sie Brotmahlzeiten, frisches Brot am besten toasten
  • Verwenden Sie frische Küchenkräuter und Gewürze
  • Rohkost wie Salat und Obst nur in kleinen Mengen, nicht am Abend
  • Am Teller auf viel Gemüse achten, Fleisch und Getreide sollten in kleineren Anteilen dazu gegessen werden
  • Vermehrt Suppen und Eintöpfe essen, sowie Gerichte im Backrohr zubereiten
  • Genießen Sie Ihr Essen

Stärkende Lebensmittel:

  • Reis, Hafer, Gerste, Polenta, Süßreis
  • kleine Mengen: Linsen und Bohnen
  • Karotte, Kartoffel, Süßkartoffel, Kürbis, Pastinake und alle Wurzelgemüse, Fenchel, Kohl, Kohlrabi
  • Rind, Huhn, Lamm
  • Thunfisch, Lachs, alle Süßwasserfische
  • Heißes Wasser, Tee aus Rosmarin, Majoran, Bohnenkraut, Kardamom, Süßholzwurzel
  • Walnüsse, Maroni, Haselnüsse, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, Trockenfrüchte
  • kleine Mengen Umeboshi, Miso, Tamari, unpasteurisierter Essig

Die Goji Beere kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wird mittlerweile in die ganze Welt exportiert. Man kann die Beere getrocknet oder in Form von Säften kaufen. Aber auch bei uns im europäischen Raum wächst die Superfrucht und ist bekannt als Bocksdornfrucht oder Wolfsbeere.

Doch was macht diese Frucht so besonders?
In der chinesischen Medizin wird sie bereits seit tausenden von Jahren angewandt und ist in der Kräutertherapie praktisch nicht mehr wegzudenken. Sie wird eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken, das Blut und Essenz aufzubauen, die Augen zu nähren und zu befeuchten, zum Regulieren von Blutdruck und Blutzuckerspiegel, um Niere und Leber zu stärken. Sie wirkt dem Alterungsprozess entgegen und es wird ihr sogar eine schützende Wirkung vor Krebs nachgesagt. 1

Die Beere enthält eine beachtliche Menge an Vitamin A, C, E und B1. Sie ist reich an wichtigen Ballaststoffen, Spurenelementen (wie Eisen, Zink, Kupfer, Selen etc.), Proteinen, Aminosäuren und Antioxidantien. Da in der Frucht auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Sesqiuterpene enthalten sind, wird auch das Muskelwachstum gefördert und die Stressresistenz des Körpers wird positv beeinflusst.2

In der Regel decken 10 – 30 g (getrocknete Beeren) den Tagesbedarf an allen wichtigen Vitaminen. 2

Da die Goji Beere auch in unseren Breitengraden gut wächst und gedeiht, lohnt es sich ein oder zwei Sträucher im eigenen Garten zu pflanzen. Meist trägt die Frucht ab dem zweiten Jahr schon eine beachtliche Menge an Früchten.

Anwendungstipps:

  • Sie können die getrocknete Frucht überall in Ihrem Essen ergänzen, wie z.B. im Müsli, in süßen Gerichten wie Kaiserschmarrn oder einem süßen Auflauf
  • in eine Gemüse- oder Hühnersuppe einfach eine handvoll Beeren hinzugeben – wirkt besonders stärkend auf den Körper
  • und besonders lecker schmeckt eine Tasse Tee mit ein paar getrockneten Beeren

Viel Spaß beim Naschen und Genießen 🙂

1 http://www.china-park.de/arzneien/lycii-fructus/
2 www.goji-beere.info

Egal ob im Winter oder im Sommer, bei mir gibt es fast immer warmes Wasser oder Tee zum Trinken. Damit bin ich auch anscheinend nicht die einzige, denn nach Wasser wird Tee am zweithäufigsten auf der ganzen Welt getrunken. Streng genommen fallen aber unter dem Begriff Tee nur die Blätter der Pflanze mit Namen Camellia sinensis. Dazu zählen dann grüner, schwarzer und weißer Tee, sowie Oolong und Pu-Erh. Bei uns wird aber eigentlich alles als Tee bezeichnet, was mit Wasser aufgegossen wird. 😉

Früher habe ich immer nach Lust und Laune Tee getrunken. Seit meiner Ausbildung weiß ich aber, dass jeder Tee eine bestimmte energetische Wirkrichtung, Thermik, Organbezug und Geschmack hat. Nachdem ich mich nun vielmehr mit den einzelnen Pflanzen beschäftige, bin ich viel achtsamer bei meiner Teeauswahl und beobachte welcher Tee  mir gut tut.

Jedes Kraut hat eine bestimmte Wirkung auf die Organe und ist thermisch entweder kühlend, erfrischend, neutral, wärmend oder erhitzend. Der Geschmack gibt die Grundwirkung vor und wird eingeteilt in: Sauer, bitter, süß, scharf, salzig oder neutral. Oft werden auch mehrere Geschmäcker einem Kraut zugeordnet. In der TCM wird den Kräutern auch eine energetische Wirkrichtung gegeben. Hier unterscheidet mann zwischen aufsteigend, absenkend, zerstreuend und zusammenziehend.

Hier sind 3 Beispiele:

Ingwer
Der Geschmack ist scharf, die thermische Wirkung ist warm und spricht die Organe LungeMilz und Magen an. Angewendet wird Ingwer z.B. bei Kälteerkrankungen, Frösteln, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Blähungen, Husten mit weißem Auswurf.

Melisse
Der Geschmack ist bitterleicht adstringierendaromatisch, die thermische Wirkung ist kühl und spricht die Organe HerzLeber und Magen an. Verwendet wird die Melisse bei Herzklopfen, Unruhe, Einschlafbeschwerden, Nervosität, Gastritis, Dysmenorrhoe, Fieberblasen.

Schafgarbe
Der Geschmack ist scharfbittersüßleicht aromatisch,  die thermische Wirkung ist neutral bis leicht kühl und spricht die Organe Leber, Milz, Blase und Herz an. Verwendet wird die Schafgarbe bei Verdauungsbeschwerden, Dysmenorrhoe, PMS, Kopfschmerzen, Hypertonie, Entzündung im Magen-Darmtrakt.

Im Sommer ist es daher nicht so ratsam, viel Ingwertee zu trinken, da dieser erwärmend wirkt und wir noch mehr schwitzen würden. In der warmen Jahreszeit eignet sich gut Früchtetee, Melissentee, Pfefferminzetee oder Salbei (dieser hilft auch gut gegen übermäßiges Schwitzen). In den kühleren Monaten sind dann Ingwertee, Beifusstee oder auch die beliegbten Yogitees eine gute Wahl.

Um einen kleinen Überblick zu bekommen, welche Thermik Ihr Lieblingstee hat, habe ich einige bekannte Kräuter hier aufgelistet.

Kühlend
Birke, Brennessel, Chrysantheme, Frauenmantel, Goldrute, Hagebutte (kühlend bis neutral), Hopfen, Lavendel, Löwenzahn, Lungenkraut, Malve, Melisse, Mutterkraut, Passionsblume, Pfefferminze, Salbei, Früchtetee, Grüntee;

Wärmend
Beifuss, Ingwer, Engelwurz, Fenchel, Ginseng, Isländisch Moos, Kardamom, Mandarinenschale (getrocknet), Rosmarin, Thymian, Wermut, Yogitee;

Neutral
Baldrian, Gerste, Süßholzwurzel, Scharfgarbe (neutral bis leicht kühl), Weizen, Schwarztee (neutral bis warm);

Generell empfiehlt sich, vermehrt einfach nur heißes/warmes Wasser zu trinken. Die Wirkung ist hier neutral und gut für unsere Mitte. Am besten das Wasser kurz aufkochen und dann leicht abkühlen lassen. In der TCM und auch in Ayuveda wird empfohlen, das Wasser 10 Mintuen kochen zu lassen. Dies wurde gemacht um das Wasser zu energetisieren und um aufgrund der Verschmutzung das Wasser trinkbar zu machen.

Je nach dem ob Sie nun ein hitziger Typ sind oder eher zu Kältesymptomen neigen (mehr dazu in meinem Beitrag: Yin und Yang in Balance) können Sie Ihre Teemischungen oder Einzelkräuter achtsamer auswählen. Oft trickse ich ein bisschen und gebe zu einer kühleren Teemischung ein paar Scheiben Ingwer dazu. Da Ingwer wärmend wirkt, hebt er die kühle Wirkung dann etwas auf.

Für alle, die nun mehr über die Wirkung der westlichen Kräuter wissen möchten, kann ich die Bücher von Dr. Florian Ploberger empfehlen. Hier sind alle wichtigen Pflanzen in einem kompletten Portrait zusammengefasst. 😉

www.florianploberger.com
Zum Beispeil: „Westliche Kräuter aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin“


Hinweis: Jeder Kräutertee oder Mischung sollte nicht über einen längeren Zeitraum durchgehend eingenommen werden. Machen Sie immer wieder Pausen oder wechseln Sie zwischen den Sorten. Bei Fragen zur genauen Einnahme oder ob die Kräuter für Sie passend sind, wenden Sie sich an einen Arzt oder Therapeuten.

In der Chinesischen Denkweise bilden Milz und Magen „unsere Mitte“ und stehen als  Synonym für die Verdauung.

Unsere „Mitte“ ist dafür zuständig, die Nahrung aufzunehmen und vollständig zu transformieren. Für diesen Prozess benötigt unser Körper vor allem Wärme. Diese kommt von der Niere, welche man sich wie ein kleines Feuer vorstellen kann. Im Laufe des Lebens wird das Feuer in seiner Intensität immer weniger und deshalb ist es wichtig, dieses Feuer zu bewahren. Auf dem Feuer sitzt dann der Kochtopf (der Magen) in dem die Nahrung einmal aufgenommen wird. Der Magen ist für die Fermentierung und Reifung zuständig. Er transformiert aus einem Teil der festen und flüssigen Nahrung wichtige Körperflüssigkeiten. Wenn das Nierenfeuer stark genug ist, wandelt die Milz den Nahrungsbrei in heißen Dampf (Nahrungs-Qi) um. Das Nahrungs-Qi wird dann weitertransportiert und verbindet sich mit dem Atem-Qi (aus der Lunge). Dieses Gemisch aus Atemluft und Nahrungsenergie wird gekoppelt mit unserer Grundenergie und ernährt dann unseren Körper.

Unsere Hauptenergiequellen stammen somit aus der Nahrung und Atemluft. Dies wird in der TCM auch als nachgeburtliche Energie bezeichnet. Die vorgeburtliche Energie (Ursprungs-Qi) spielt bei der Versorgung unseres Körpers auch eine wichtige Rolle. Sie wird uns von den Eltern mitgegeben und kann im Nachhinein nicht mehr stark beeinflusst werden. Wir können die vorgeburtliche Energie (Grundkonstitution) aber schützen und nähren, indem wir unserem Körper mit guter nachgeburtlicher Energie versorgen.

Damit gewährleisten wir, dass unser Körper nicht auf diese wichtigen Reserven zurückgreifen muss.

Gutes Nahrungs-Qi ist auch wichtig für unser Blut, denn in der Verdauung liegt der Ursprung für die Blut- und Säftebildung. Nur mit einem guten Nahrungs-Qi wird im Herz dann Blut produziert.

Info: Anzeichen für eine mangelnde Funktion der Blutbildung erkennt man z.B. an brüchigen Nägeln und Haaren, stumpfer, blasser Teint, trockene Haut, Müdigkeit, Schwindel, Muskelkrämpfe, Vergesslichkeit oder Schlafstörungen.

Oberer Erwärmer: Lunge, Herz


Mittlerer Erwärmer: Milz, Magen, Leber, Gallenblase


Unterer Erwärmer: Dünndarm, Dickdarm, Blase, Niere

Info: In der TCM haben die Organe im Vergleich zur westlichen Anschauung noch mehr energetische Funktionen. Da sich die Chinesische Medizin empirisch entwickelt hat und daraus ein eigenes Ordnungsystem entstanden ist, sind die Organfunktionen, Syndrome und Diagnosen nicht gleichzusetzten mit der westlichen Medizin.

Es wird auch dem Zusammenspiel der Organe untereinander mehr Beachtung geschenkt, um an die Ursache einer Beschwerde zu gelangen.

Die schwache Mitte

Unsere Mitte benötigt viel Kraft, um die aufgenommene Nahrung umzuwandeln. Wie oben bereits beschrieben, funktioniert dieser Prozess gut, wenn wir ein starkes Verdauungsfeuer haben. Oft wird unser Feuer aber durch westliche Ernährungsfehler geschwächt (zu viel Rohkost, Milchprodukte oder Tiefkühlkost).

Wenn nicht genügend Wärme vorhanden ist, kann die aufgenommene Nahrung nicht richtig umgewandelt werden und es entsteht „Feuchtigkeit“ und in weiterer Folge „Schleim“. Dieser Zustand ist auf Dauer nicht günstig, da unsere Verdauungsfunktion dadurch weiter eingeschränkt und der Energiefluss beeinträchtigt wird. Im Westen könnte man diese beiden Begriffe auch als Schlacken übersetzten, welche sich in unterschiedlichen Regionen im Körper ablagern.

„Feuchtigkeit“ und „Schleim“ zeigen sich z.B. in Übergewicht, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, breiiger Stuhl, Wasseransammlungen, Gelenksbeschwerden, Cellulite, Verdauungsbeschwerden, verschleimter Rachen, häufige Nebenhöhlenentzündungen, Diabetes, etc.,

Der harmonischer Qi-Fluss

Um unseren Körper mit Qi zu versorgen, muss es bewegt und transportiert werden.
Bei den Transportprozessen spielen vor allem die Leber und die Lunge eine wichtige Rolle.

Die Leber hat die Kontrolle über den harmonischen Qi-Fluss im ganzen Körper. Wenn die Leber in ihrer Aufgabe gestört wird, kann es zu sogenannten Qi-Stagnationen kommen. Je nachdem wo sich  diese Stagnation befindet, stört es die jeweiligen anderen Organe. Die Lunge inhaliert klares Qi und atmet verbrauchtes Qi aus. Durch die Bewegung beim Atmen hat sie viel Einfluss auf eine gute Verteilung des Qi. Wenn wir in den Bauch hineinatmen, werden die Verdauungsorgane besser mit Energie versorgt und gut durchblutet. Verdauungsbeschwerden können z.B. auftreten, wenn das Qi der Leber nicht richtig fließen kann. Es kommt dann oft zu Blähungen, Völlegefühl nach dem Essen, Druckgefühl im Brust- und Bauchbereich oder auch zu Knoten und Zysten. Auch eine Leber-Qi-Stagnation kann dazu führen, dass unser Essen nicht richtig verwertet wird und liegen bleibt. Das kann sich dann wiederum in Gewichtsproblemen äußern.

Eine gute Leberenergie merken wir mental, physisch und emotional. Wenn das Leber-Qi harmonisch fließt, sind wir entspannt und ausgeglichen. Zu viel Stress, gesellschaftlicher Druck, Ärger, fettes Essen, unregelmäßige Essrythmen oder zu wenig Bewegung stören den Qi Fluss.

Warme Gerichte tun unserer Mitte gut

Grundsätzlich werden in der Chinesischen Medizin immer warme Speisen empfohlen, da sie bekömmlicher sind und wir daraus besser Energie gewinnen können. Jedoch wird die TCM Ernährung immer an die jeweilige Person angepasst und ist somit immer individuell.

Beispiel: Es gibt viele Frauen, die zu kalten Füßen neigen und leicht frieren. Hier ist es ratsam 3 x täglich warm zu essen und mit thermisch warmen Lebensmitteln zu kochen. Einigen Männern hingegen ist immer schnell heiß, schlafen bei offenem Fenster und trinken gerne kalte Getränke. Hier kann auch öfters einmal Rohkost gegessen und mit thermisch neutralen bis kühlenden Lebensmitteln gekocht werden.

Einem Hitze-Typ macht ab und zu ein Joghurt oder in der Früh ein Glas Orangensaft wenig aus, hingegen freut sich der Kälte-Typ über eine erwärmende Wurzelsuppe und einen Tee mit Ingwer. Die thermische Wirkung und der Geschmack ist bei der individuellen Ernährung ganz wichtig. Also spüren Sie in sich hinein, was Ihnen gut tut & wobei Sie ein angenehmes Bauchgefühl haben. 🙂

Hier noch einige Tipps, die unserer Mitte grundsätzlich gut tun:

  • Am besten 3 x täglich warm essen
  • Zu regelmäßigen Zeiten essen
  • Zwischen den Mahlzeiten sollten ca. 3-4 Stunden Pause sein
  • In Ruhe essen und gut kauen
  • Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein Bürger, Abendessen wie ein Bettelmann
  • Auf eine gute Qualität der Nahrungsmittel achten
  • Verzichten Sie auf Fertig- und Tiefkühlprodukte, sowie Mikrowellengerichte
  • Meiden Sie Milchprodukte, Weizen, weißen Zucker und kohlensäurehaltige Getränke
  • Reduzieren Sie Brotmahlzeiten, frisches Brot am besten toasten
  • Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten lauwarme bis heiße Getränke
  • Rohkost wie Salat und Obst in kleinen Mengen und nicht als Hauptmahlzeit
  • Kochen Sie mit frischen oder getrockneten Kräutern – diese helfen bei der Umwandlung der Nahrung
  • Genießen Sie Ihr Essen 🙂

Wenn du wissen möchtest, ob du eher ein Yin oder Yang Typ bist, also ob dir thermisch warme oder eher neutrale bis kühlende Lebensmittel gut tun, dann erfährst du in meinem Artikel Yin und Yang in Balance mehr darüber. 😉

Der Reis wird vor allem dem Erdelement, also Milz und Magen zugeordnet. Er wirkt sehr bekömmlich, harmonisierend und nährt unsere Mitte. Auch als Lungentonikum kann Reis gut eingesetzt werden. Er transformiert Feuchtigkeit und wirkt leicht entgiftend.  Es gibt dann auch noch feine Unterschiede bei den Sorten. So ist der Langkornreis thermisch etwas wärmer als der Rundkornreis und der Vollkornreis ist durch die vermehrten Mineralstoffe etwas schwerer verdaulich.

Besonders wohltuend und aufbauend wirkt die traditionelle Reissuppe. Das Rezept dazu findest du weiter unten im Artikel. 😉

Rundkornreis


Temperatur: neutral
Geschmack: süß
Organwirkung: Mi, Lu, Ma, Di

Funktion:

  • Tonisiert das Qi von Milz und Magen
  • Stärkt das Qi der Lunge
  • Leitet Nässe-Hitze aus
  • Wirkt entgiftend
  • Klärt Blut und Haut

Indikation:

  • Durchfall, Übelkeit, Magenschmerzen
  • Sodbrennen, Gastritis
  • Dickdarmentzündung
  • Erhöhter Cholesterin
  • Hautunreinheiten, Hauterkrankungen
  • Unruhe

Langkornreis


Temperatur: neutral
Geschmack: süß
Organwirkung: Mi, Ma, Di

Funktion:

  • Stärkt das Qi der Mitte
  • Harmonisiert Milz und Magen
  • Leitet Nässe-Hitze aus dem Mittleren und Unteren Erwärmer aus

Indikation:

  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Durchfall
  • Wasseransammlungen
  • Erhöhtes Cholesterin
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Übelkeit, Schwangerschaftserbrechen

 

Rezept Tipp:  Reis Congee


Geben Sie 100 bis 150g Reis auf einen Liter Wasser in einen hohen Topf.  Der Reis wird mind. 2 Stunden lang gekocht (zuerst auf hoher Stufe ohne Deckel aufkochen, dann zugedeckt auf kleiner Flamme). Bei Bedarf kann noch etwas Wasser aus dem Wasserkochen hinzugegeben werden. Das Congee hat zum Schluss dann eine suppige Konsistenz. Je länger die Kochzeit, desto aufbauender wirkt es.

Da beim Kochen von Congee immer eine größere Menge entsteht, kann die Reissuppe im Kühlschrank für ein paar Tage aufgehoben werden.

Congee wird in der Chinesischen Medizin für die Stärkung der Mitte verwendet. Es ist nahrhaft, leicht verdauulich, harmonisierend für die Mitte, entschlackend und Feuchtigkeit wird ausgeleitet. Besonders geeignet sind Congees für Babys, Kinder, alte und schwache Menschen, sowie zum Abnehmen und nach einer Krankheit.

Reis Congee kann auch mit vielen Zutaten verfeinert werden. 🙂

Congee süß: Mit klein geschnittenen Äpfeln, Birnen oder Trockenfrüchten, Gewürzen wie Zimt, Kardamom und Vanille, sowie mit gehakten Walnüssen oder Mandeln zum Bestreuen. Hierbei die Reissuppe z.B. portionieren und dann eine kleine Menge für das Frühstück mit den gewünschten Zutaten kurz köcheln lassen.

Congee deftig: Koche das Congee von Beginn an (oder ab der Mitte der Kochzeit) mit klein geschnittenen Gemüse wie Karotten, Sellerie, Lauch und/oder mit etwas Fleisch und guten Gewürzen wie Petersilie, Majoran, Thymian, Wacholderbeeren.

Congee als Beikost: Koche das Congee wie oben beschrieben ohne Gewürze und verfeinere es danach mit etwas Gemüse- oder Obstbrei (Karotte, Fenchel, Brokkoli, Süßkartoffel, Birne, Apfel, etc.)

Sei bei der Medizin der Kaiserin dabei.

Tel.: +43 660/1493075
E-Mail: karin_lorenz@gmx.at

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