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Wie ihr vielleicht schon wisst, ist die Chinesische Medizin eines der größten Medizinsysteme weltweit und neben Ayurveda, eines der ältesten. Die TCM ist eine ganzheitliche Medizin und das in mehrfacher Hinsicht. Der Mensch wird als Mikrokosmos im Vergleich zum Makrokosmos Natur gesehen und wir sind ein untrennbarer Bestandteil davon. Weiters sind Körper, Geist und Seele miteinander verknüpft und unser Qi (Energie) verkörpert alle Erscheinungen dieser 3 Komponenten. Die dritte Ganzheit ist eine Verbindung von Außen und Innen – unsere inneren Organe sind mit den äußeren Sinnesorganen (Haut, Haare und äußeren Gliedern) verbunden und über diese Verbindung können wir diagnostizieren und auch therapeutisch einwirken.


Dieses ganzheitliche Denken ist wichtig, um zu verstehen, dass z.B. äußere Faktoren einen Einfluss auf unsere Innere Welt haben und umgekehrt. Alle Erscheinungen dieser Welt stimulieren, stärken oder hemmen unsere Lebenskraft.

„Gesundheit und Wohlbefinden könnt Ihr nur erlangen, wenn Euer Geist in der Mitte ruht, wenn Ihr Eure Energie nicht vergeudet und den Fluss von Qi und Blut konstant haltet, wenn Ihr Euch den jahreszeitlichen Veränderungen und den jährlichen makrokosmischen Einflüssen anpasst und vorbeugend Euer Selbst nährt.“ (Aus „Der Gelbe Kaiser“)

Tierkreiszeichen

Dieser Beitrag ist zusammen mit meiner lieben Kollegin und Lehrerin der WSTCM, Laura Rosa Latanza entstanden. Sie hat diesen Beitrag mit Ergänzungen und TCM Rezepten verfeinert! Mehr Infos und Links zu ihrer Person, sowie der Wiener Schule für TCM findet ihr unten.


Wir haben auf den Abschnitt Erkältung und Grippe etwas mehr Aufmerksamkeit gelegt, damit ihr gut durch die kalte Jahreszeit kommt. 😉

Krankheitsursachen

Es gibt 3 verschiedene Ursachen von Krankheit: Äußere, Innere und Sonstige Faktoren.


Äußere Ursachen

Dazu gehören die Wettereinflüsse – die 6 klimatischen Faktoren.

  • Wind
  • Kälte
  • Hitze
  • Nässe (Feuchtigkeit)
  • Trockenheit
  • Sommer-Hitze

Diese Faktoren treten meist über Haut, Nase oder Mund in unseren Körper ein und verursachen ein Ungleichgewicht > wir werden krank. Das Ausmaß der Erkrankung richtet sich nach der Stärke des pathogenen Faktors und wie stark unser Abwehr Qi (Immunsystem) ist.


Zu den äußeren Ursachen gehören auch epidemische Faktoren- diese zeichnen sich durch eine hohe Infektiosität aus, der Verlauf ist dramatischer und wird vor allem durch hohes Fieber gekennzeichnet.


Innere Ursachen

Die emotionalen Faktoren:

  • Ärger
  • Freude
  • Mitgefühl/Sorge
  • Trauer
  • Angst
  • Schock

Eine chronische Überbetonung oder Unterdrückung dieser Emotionen, verursacht ein Ungleichgewicht im Körper. Unsere mentale und emotionale Einstellung hat eine entscheidende Wirkung auf unsere körperliche Gesundheit. Wenn die psychischen Aspekte in einer TCM Behandlung nicht berücksichtigt werden, kann sich das volle Potential der Meridiane – auch genannt als himmlische Ströme, nicht voll entfalten.

„Nur geschwächt durch unangemessene Emotionen, können räuberische Winde eindringen.“ (Ling Shu, Kapitel 8)

Buchtipps:

Mit diesen natürlichen Hilfsmitteln steht einem schönen Frühlingsbeginn also nichts mehr im Wege! 😊

Körperliche Beschwerden sind Warnsignale, welche darauf hinweisen, dass etwas aus der Balance geraten ist und fordern uns auf, sich mit unserem Körper zu beschäftigen.

Wer seinen Körper besser verstehen möchte und seine Gesundheit fördern will, wird bei der TCM ausgesprochen fündig werden. Die Chinesische Medizin versteht sich besonders gut auf die Pflege des Lebens – Yang Sheng.

Weiblichkeit – unsere Yin Kraft

Es gibt bestimmt viele Merkmale die uns Frauen weiblich machen. Der größte Unterschied zwischen Mann und Frau, liegt in der weiblichen Schöpfungskraft! Besonders ist auch unsere Blutung, die eine Anbindung an kosmische Zyklen in sich birgt und wie wir später noch merken werden, spielt das Blut im Leben einer Frau eine wichtige Rolle. Unser Körper ist insgesamt etwas „yiniger“ – weicher, empfindsamer, aufnahmefähiger und unsere Muskulatur und das Bindegewebe sind anders strukturiert.

Fruchtbarkeit

Damit wir Leben schenken können, ist die Voraussetzung für unsere Fruchtbarkeit ein regelmäßiger Menstruationszyklus. Die Steuerung der Hormone, sowie eine harmonische und zyklische Menstruation, sind Funktionen der Leber und öfters als wir denken, passt sich unser Körper an natürliche Rhythmen an (Mondphase). Wenn die Leber zu sehr von außen beeinflusst und gestört wird (Stress, hormonelle Verhütung, Ärger, Wut, psychische Probleme und Anspannung…) stören wir ihre Funktion und hemmen die Regulationsfähigkeit.

Besondere Zyklen im Frauenleben

Die Menarche, die Geburt und die Menopause sind besondere Ereignisse für Frauen – und diese werden auch häufig als die drei Blutmysterien bezeichnet. Das Leben einer Frau wird somit sehr vom Fluss des Blutes bestimmt. Die alten Chinesen gehen außerdem von einem 7-jährigen Reifungszyklus bei der Frau aus und einem 8-Jahres-Zyklus für den Mann. Die Zahl Sieben, wird auch die Zahl des Mondes genannt, da dieser im Abstand von sieben Tagen von Halbmond zu Vollmond und abnehmender Mond zu Neumond wechselt. Eine Frau entfaltet ihre körperliche Entwicklung in Sieben-Jahres-Schritten – diese Zyklen sind tief in unseren Genen – auf „Chinesisch“ in unserer Essenz/Jing gespeichert.

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Grundsubstanzen in der TCM


Qi – Energie: Fließt in unserem Körper und ist in einem ständigen Fluss. Über die Meridiane fließt das Qi und verteilt sich im ganzen Körper. Es versorgt unsere Haut, Muskeln, Knochen und Organe. Jedes Organ hat eigene Qi-Funktionen und bestimmte Qi-Flussrichtungen.

Yang – Wärme: Schützt und stärkt unseren Körper. Yang steht außerdem für Kraft, Stabilität, Aktivität, Männlichkeit, Abwehrenergie, Feuer, Lebenslust und Lebensfreude.

Yin – Kühlung: Ist der Gegenpol zu der Yang-Kraft und ist im Vergleich zu Yang materieller. Das Yin kühlt, befeuchtet und nährt unseren Körper. Es steht für Ruhe, Weichheit, Wasser, Entspannung, Weiblichkeit.

Xuè – Blut: Bewegt sich in den Gefäßen und Meridianen und nährt, befeuchtet und kühlt unseren Körper. Unsere Organe und alle Körperstrukturen müssen ausreichend mit Blut versorgt sein und auch unser Geist benötigt genug Blut, um sich ausruhen zu können.

Jing – Essenz: Bestimmt Wachstum, Fortpflanzung und Alterung. Die Essenz ist ein Produkt aus Nieren-Yin und Nieren-Yang – wie eine brennende Kerze – bestimmt sie über unsere Gesundheit, Krankheitsanfälligkeit und Entwicklung. Weiters gibt es eine vorgeburtliche Essenz (Konstitution) – diese wird uns von unseren Eltern mitgegeben und eine nachgeburtliche Essenz (Lebensführung) – diese wird aus Nahrung und Getränken transformiert. Die Nierenkraft gilt als Quelle unserer Fruchtbarkeit.

Jin Ye – Körperflüssigkeiten: Schützen den Körper vor Trockenheit. Es werden klare, dünnflüssige Sekrete (Tränen, Schweiß, Speichel) von trüben, dickflüssigen Anteilen (Gelenksflüssigkeit, Liquor) unterschieden.

Die Essenz ist in der Nierenkraft gespeichert und wir können mit guter Lebenspflege (nachgeburtlicher Energie) unseren Körper stärken und die Essenz anreichern. Knochen, Zähne, Gehirn, Knochenmark werden energetisch von der Niere versorgt. Dies wird anhand der 7-jährigen-Entwicklungsstadien sichtbar. In den alten Büchern heißt es:

  • Im Alter von 7 Jahren kommen die bleibenden Zähne durch.
  • Mit 14 Jahren beginnt die Menstruation. Das Mädchen wird zur Frau.
  • Im Alter von 21 Jahren sind die Nieren voll mit Qi gefüllt, sie bekommt die Weisheitszähne.
  • Feste Knochen und Muskeln im Alter von 28 Jahren. Die Frau ist am Höhepunkt ihrer körperlichen Entfaltung. Ab jetzt beginnt die Essenz in ihrer Kraft nachzulassen.
  • Im Alter von 35 Jahren zeigen sich die ersten Falten im Gesicht.
  • Die Haare beginnen im Alter von 42 Jahren grau zu werden.
  • Die Blutung geht mit 49 Jahren zu Ende.

Zusätzlich zu den körperlichen Entwicklungsstadien durchlaufen wir auch inneren Wandlungen, psychischer oder spiritueller Natur, die mit den obigen Veränderungen verbunden sind.

Frauenblut

Für Frauen ist das Blut die führende Kraft. Dieses Wissen um die Kostbarkeit des Blutes für uns Frauen wird in der TCM schon lange weitergegeben. Für die körperliche und psychische Gesundheit ist eine ausreichende und gute Qualität des Blutes wichtig. Für Männer hingegen sind Qi und Yang etwas mehr von Bedeutung. Frauen neigen auch häufiger und schneller zu Blutproblemen, wie z.B. Blut Leere, was auch verständlich ist, da jeden Monat überschüssiges Blut ausgeschieden wird. Das Blut gehört zu den yinigeren Anteilen im Körper, da es von der Natur her ruhig, nährend und dunkel ist, doch es muss sich bewegen, was dem Yang entspricht. Yin und Yang sind überall enthalten und stehen immer in Relation zueinander – Blut ist im Vergleich zum Qi mehr Yin – Qi ist im Vergleich zum Blut mehr Yang. Sie benötigen sich auch gegenseitig, was bedeutet, dass genügend Qi (und Yang) im Körper vorhanden sein muss, damit ein guter Blutfluss bestehen kann und es zu keinen Stagnationen kommt.

„Solange Qi und Blut ungehindert fließen können, herrscht Harmonie und Gesundheit.“
(Sprichwort aus China)

Blutfluss

Die Leber ist das Organ im Körper, das unser Blut verwaltet. Sie speichert das Blut und reguliert die Blutmenge, die zyklisch durch den Körper fließt oder bei der Menstruation abgegeben wird. Die Leber sorgt dafür, dass Qi, Blut, Flüssigkeiten und auch unsere Emotionen frei fließen können. Stress, Ärger, Wut, innere Anspannung, Ernährungsfehler und zu wenig Bewegung hemmen einen guten Fluss der Leber.

Die Bildung des Blutes

Damit die Leber das Blut harmonisch fließen lassen kann, benötigen wir eine ausreichende und gute Blutmenge. Aus Nahrung und Getränken wird Blut gebildet. Die Milz transformiert dabei die wertvollen Anteile der Nahrung und schickt diese verdichtete Energie zum Herz, wo das Blut seine rote Farbe bekommt. Unsere Nahrung liefert also die Grundbausteine zur Bildung des Blutes und eine hochwertige, ausgewogene Ernährung ist besonders wichtig.

Blut und Geist

In der TCM werden psychischen Symptomen genauso viel Beachtung geschenkt wie körperlichen – da die inneren Organe als Träger von geistigen und seelischen Kräften gelten. Es gibt fünf Seelenaspekte, davon haben Shen und Hun eine enge Beziehung zum Blut. Shen – wird dem Herzen zugeordnet und nimmt wie das Herz selbst, welches als Kaiser über alle anderen Organe wacht, eine Sonderstellung ein. Shen/Geist steht für unser Bewusstsein, und Klarheit. Ist Shen nicht stabil, so kann sich das in Schlafstörungen, innerer Unruhe, unklarer Kommunikation und Verwirrtheit zeigen. Hun – der Seelenaspekt der Leber, wurzelt tief in unserem Blut, da die Leber als Blutspeicher angesehen wird. Hun oder auch Wanderseele genannt, hilft uns, unser Leben zu planen und umzusetzen. Gibt es Disharmonien so fehlt es uns an Kreativität, Intuition, Durchsetzungsfähigkeit, Selbstbewusstsein und es fällt uns schwer mit unserer Umwelt in einem harmonischen Austausch zu sein. Hun sammelt am Tag Eindrücke und diese werden in der Nacht verarbeitet. Hat Hun zu wenig Blut, schlafen wir oft sehr unruhig und haben viele Träumen.

Muster des Blutes

Blutleere

Aus westlicher Sicht entspricht dieses Muster einer Anämie (hier wären z.B. die Laborwerte von den roten Blutkörperchen verringert, der Eisenwerte oder der Hämatokritwert ist zu wenig). Eine Blutschwäche aus Sicht der TCM muss aber nicht immer labortechnisch messbar sein. Erkennbar ist dieses Muster an einem blassen Gesicht, einer blassen Zunge, Kraftlosigkeit, Gefühl der Unsicherheit, innerer Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, rillige oder brüchige Nägel, Trockenheit der Augen und der Haut. Es fehlt an innerer Stabilität und Kraft – man fühlt sich empfindlicher, kann sich nicht gut abgrenzen, Zielstrebigkeit und Durchsetzungskraft sind nicht so stark ausgeprägt.

Ursache: Eine schwache „Mitte“ – die Kraft von Milz und Magen ist geschwächt und es kann nicht ausreichend Blut gebildet werden, starke Menstruation, akuter Blutverlust durch Unfall, Geburt, andauernde starke physische und psychische Belastung.

Blutstagnation

Ein sehr häufig verbreitetes Muster vor allem bei Frauen, welches Schmerzen verursacht. Bei einer Blutstagnation bewegt sich das Blut nicht mehr ausreichend, wie z.B. bei einer Prellung, hier entsteht ein dunkler Fleck – das ist eine lokale Blutstagnation. Andere Anzeichen einer Blutstase sind Klumpen im Menstruationsblut. Ein zu hoher Cholesterinwert ist eine niedrige Stufe der Blutstase – hier ist das Blut etwas eingedickt und „verdreckt“. Eine starke Form der Blutstase hingegen sind Myome, Zysten und Tumore. Eine Blutstagnation kann sehr starke, fixierte, tiefe und bohrende Schmerzen verursachen. Mit der TCM wird das Blut wieder belebt, bewegt, zerstreut oder ausgeleitet – dies führt bei vielen Frauen zu einem befreienden Gefühl.

Ursache: Meist aus einer Störung des Qi (Qi bewegt Blut) – Qi Mangel und Qi Stagnation, sehr häufig ist Kälte vorhanden – diese blockiert den Energiefluss (zu viel Rohkost, abkühlende Lebensmittel wie Milchprodukte, Tiefkühlkost, Gurke, Tomate, Mineral), Dauerstress, innerer Leistungsdruck, zu wenig Bewegung, unbefriedigende Lebensumstände.

Bluthitze

Dieses Muster kann sehr unterschiedliche Ursachen haben – meist entsteht es über einen längeren Zeitraum, außer bei Impfungen – hier wird der Impfstoff, welcher Hitze erzeugt, direkt in die Blutschicht transportiert. Wenn die Hitze erst einmal in der Blutschicht angekommen ist, dauert es seine Zeit, bis sie wieder gelöscht ist. Anzeichen von Bluthitze zeigt sich z.B. auf der Haut, mit Rötungen, Juckreiz, Abszessen oder auch bei der Menstruation, wenn das Blut stark zu riechen beginnt, mit zu früh eintretender oder starker Blutung. Es führt auch zu starken Unruhezeichen, wie Überregtheit, Panikgefühlen oder hysterischen Reaktionen – Shen und Hun können sich bei der Hitze nicht mehr entspannen.

Ursache: Starke Emotionen wie Wut, Ärger, Neid und Hassgefühle, langanhaltende Frustration, Stress, zu viel erhitzende und sehr würzige Nahrungsmittel (Chili, Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Lammfleisch, Alkohol), Impfungen.

Ernährungstipps & weitere Infos

Bei allen Blut Mustern ist es wichtig die Mitte zu nähren – hier findet ihr mehr Informationen bei dem Erdelement. Weitere Tipps zu den einzelnen Mustern, findet ihr in meinem Beitrag über Menstruationsbeschwerden – Ernährungstipps zu den Syndromen.

Das chinesische Neujahr beginnt immer 2 Neumonde nach der Wintersonnenwende. Aktuell befinden wir uns im Metall-Büffel-Yin-Jahr, das von 12.02.2021 bis 30.01.2022 andauert. Jedes Jahr bringt seine eigenen Energien, Möglichkeiten und auch Herausforderungen mit. Mit fachlich-inhaltlicher Unterstützung von Dr. Florian Ploberger und Rene van Osten, habe ich eine Übersicht für das Büffel-Jahr zusammengefasst. Weiterführende Links dazu siehe unten.

„Mein ist die ausgleichende Kraft Die den Kreislauf des Lebens erhält. Unbeweglich stehe ich angesichts Schwerer Prüfungen, Unbeirrbar und unanfechtbar. Ich suche Reinheit zu dienen, Die Bürde der Rechtschaffenheit zu tragen. Treu den Gesetzen der Natur Drehe ich beharrlich das Rad des Schicksals. So webe ich mein Geschick.

Ich bin der Büffel.“ (aus „Das große Buch der chinesischen Astrologie“ von Theodora Lau)

Tierkreiszeichen

Im Chinesischen Kalender gibt es 12 Tierkreiszeichen, welche im Jahresrhythmus wechseln. Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Jedes Jahr wird nach einem Tierkreiszeichen und Element (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) benannt. Diese Kombination wiederholt sich alle 60 Jahre, sodass die Metall-Büffel, welche heuer geboren werden, 2081 wieder „ihr“ Jahr feiern. Die Yin und Yang Energie wechselt jedes Jahr (2020 war das Metall-Ratten-Yang-Jahr).


Yin = Ruhe, Weiblichkeit, Passivität, Schatten, Kälte

Yang = Kraft, Männlichkeit, Aktivität, Sonne, Wärme

Jedem der 12 Tierkreiszeichen werden bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften zugeschrieben. Der Büffel ist beständig, ausdauernd, entschlossen, ehrgeizig und verfolgt unermüdlich seine Ziele. Er geht aber mit ruhigen und vorsichtigen Schritten durch das Leben und legt viel Wert auf Organisation und Verlässlichkeit. Büffel-Menschen sind zwar zurückhaltend, geben aber gerne den Ton an. Sie sind aufrichtige, ehrliche und gefestigte Weggefährten.


Menschen die im Metall-Büffel-Jahr geboren werden, sind besonders zielstrebig, zuverlässig, sie lieben das Arbeiten und werden oft als Workaholic bezeichnet. Erfolgsorientiertes und gerechtes Handeln sind dem Metall-Büffel wichtig, er achtet auf seine Mitmenschen und möchte auch im Gegenzug gerecht behandelt werden. Wird ihm Unrecht getan, oder wird er sogar hintergangen, dann weiß er sich zu wehren und zu rächen.

Wie wird das Metall-Büffel-Yin Jahr?

Der Büffel wird der Leber und somit dem Holzelement zugeordnet. Im letzten Jahr hatten wir es schon mit der Wandlungsphase Holz zu tun, da die Ratte der Gallenblase zugeordnet wird. Bewegung und Flexibilität bleiben für 2021 weiterhin wichtig. Eine der wichtigsten Funktionen der Leber sind die Verteilung des Qi im ganzen Körper und die Speicherung und Bereitstellung von unserem Blut. Sie kontrolliert Sehnen-, Bänder- und Muskeltonus, gibt es hier Stauungen im Qi-Fluss, kommt es zu Verspannungen und Krämpfen. Um Sehnen, Bänder, Augen und auch Nägel geschmeidig zu halten, wird ausreichend Blut benötigt. Das Sinnesorgan der Leber sind die Augen – oft bezeichnet als das Tor zur Seele. Die Leber beherbergt auch Hun, die Wanderseele, das Unterbewusste, unsere persönliche Seele, die nach dem Tod weiterlebt. Unsere Seele möchte sich entfalten und „ihren“ Weg gehen. Wenn dies durch äußere Umstände nicht möglich ist oder wir unsere innere Stimme ignorieren, entstehen Zorn und Frustration.

„Öffne deine Augen für die WIRKLICHKEIT im JETZT“

Positive Yin Emotion: Geduldig, flexibel, tolerant, verständnisvoll, gelassen, organisiert

Positive Yang Emotion: Kreativ, intuitiv, phantasievoll, unternehmungslustig


Negative Yin Emotion: Frustriert, depressiv, melancholisch, nostalgisch

Negative Yang Emotion: Zornig, eifersüchtig, ungeduldig, aggressiv, launisch


Das Metall Element steht für Abgrenzung, Gerechtigkeit und Ordnung. Die Organe Lunge und Dickdarm werden diesem Element zugeordnet. In diesem Jahr wird besonders die psychische Komponente der Lunge – Po (die Körperseele), zu beachten sein und wir sollten weiterhin unser Wei Qi (Immunsystem) stärken.

Jahreshexagramm des Yì Jīng – 51, Zhèn – Die Erschütterung

Ein Hexagramm besteht aus zwei Trigrammen, in diesem Fall aus dem doppelten Donner und dieser symbolisiert die schöpferische Kraft des Frühlings. Hier ein kleiner Auszug aus dem Yi Jing (Rene van Osten):


Wendepunkt oder sich auf eine Änderung im Lebensrhythmus einstellen Der Donner unten steht für den aufspringenden Samen tief in der Erde – die erste Erschütterung. Der Donner oben für den durchbrechenden Keim – die zweite Erschütterung. Insgesamt ein Beben der Erde, das menschlich gesehen den Erschütterungen in den Grundfesten (der Verwurzelung, dem Selbstverständnis) und dem Herzen entspricht. Ein gewaltiger Impuls also, der einen von den Füßen hauen kann. … Erschütterungen sind aber, so sehr sie auch von der Aura der Furcht und des Schreckens umgeben sind, wichtige Prozesse der Erneuerung. Dem anfallartigen Geschehen (plötzlicher Geburtswehen gleich) voller Spannung folgt die freudige Erlösung. Das göttliche Geschehen bringt die Wesen und Dinge zur Entfaltung.


Besonders die vierte Linie des Hexagramms ist von Bedeutung. Dazu auch aus dem Yi Jing von Rene van Osten: „Wer keine Veranlassung sieht, sich seiner Trägheit zu entledigen, gerät immer mehr in den Schlamm.“


Die Erschütterung ist das Erwachen zu uns selbst. Wir tun gut daran unsere verschütteten Schattenanteile ins Licht des Bewusstseins zu heben und liebevoll in das Herz zu schließen, damit unser Denken, Fühlen und Handeln frei ist.

Krankheitsbilder

Hier einige Beispiele, mit welchen Krankheitsbildern wir es in diesem Jahr vermehrt zu tun haben können:

Schmerzen und Ödeme des Sprunggelenks, Schmerzen im unteren Abdomen, Hernien, Schmerzen der äußern Genitalien, Ejakulationsstörungen, Harnverhalten.

Was tut uns in diesem Jahr GUT

Bewegung und Sport, damit die Meridiane durchgeputzt werden und das Qi frei fließen kann. Sehr gut sind fließende Bewegungen – wie beim Qi Gong, Tai Chi oder bei sanften Yoga Flows. Es ist ein gutes Jahr um sich um den Inhalt des Hun zu kümmern – je mehr uns bewusst wird, desto friedvoller werden wir. Lass „Altes“ los und versuche nicht krampfhaft an Dingen, Glaubensätzen oder äußeren Umständen festzuhalten. Zu Meditieren und die innere Weisheit zu pflegen, sich selbst ein Lehrer sein oder sich einen Lehrer zu nehmen, ist auch besonders förderlich. Freudvolle Anstrengung/Beharrlichkeit ist 2021 die am wichtigsten zu praktizierende Tugend. Für die Lunge, die Körperseele Po und für unsere Abwehrkraft ist Folgendes heuer besonders zu empfehlen: In Kontakt mit der Natur sein, Körperkontakt (kuscheln, umarmen, Tiere streicheln, Massagen), sowie seiner Berufung nachzugehen – wofür brenne ich? (falls du noch nicht weißt, was dir so richtig Freude bereitet, dann bitte beim Universum um Unterstützung). Einer meiner TCM Lehrer sagte immer: Immunität beruht auf Identität.


Ernährungsempfehlung: Eine warme Mitte ist immer wichtig und in herausfordernden Zeiten sogar noch mehr wie sonst – damit wir stabil bleiben und nicht aus unserer Mitte fallen! Iss und trink deshalb so oft wie möglich warm. Milz und Lunge stärken ist Thema und Leber Qi bewegen. Der Spaßfaktor beim Kochen ist besonders nährend und Essen in guter Gesellschaft. Empfehlenswerte Lebensmittel sind: Reis, Hafer, Grünkern, Karotte, Kohlrabi, Kürbis, Brokkoli, Fenchel, Frühlingszwiebel, Petersilienwurzel, Birne, Weintraube, Kirsche, Dattel, Mandel, Walnüsse, frische Kräuter, etwas Zitrone, Essig, Ingwer, Rosenblütentee.

Was tut uns in diesem Jahr NICHT GUT

Bewegungsmangel, an Dingen krampfhaft festhalten, eine starre Geisteshaltung, Inflexibilität, wenn wir uns nicht entfalten können, unser Glück an Äußerlichkeiten abhängig machen. Die Thermik der Lebensmittel sollte nicht zu kühlend und zu befeuchtend sein.

Teemischung für das Metall-Büffel-Yin-Jahr

4,5 g Pfefferminze (Hb. Menthae piperitae)

4,5 g Schafgarbe (Hb. Millefolii)

4,5 g Frauenmantel (Hb. Alchemillae)

1,5 g Goldrute (Hb. Solidago)

1,5 g Melisse (Fol. Melissae)

1,5 g Eisenkraut (Hb. Verbenae)

3 g Unreife Mandarinenschalen (Peric. Citri retic. viride)

3 g Mandarinenschalen (Peric. Citri retic.)

1,5 g Süßholz (Rdx. Glycyrrhizae)


Die Mengenangabe ist als Tagesdosis gedacht. Die Kräuter mit ca. ½ Liter kochendem Wasser übergießen, 3 Minuten ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken. Dieser Tee kann das ganze Jahr über mit Pausen getrunken werden. Zum Beispiel gut im Rhythmus 2 zu 1 – also zwei Wochen trinken und eine Woche Pause.


Weitere Kräuterempfehlungen: Rdx. Astragalus (Huang qi, 黄芪) – ist ein klassisches Qi Tonikum

Bulbus Lilii (Bai He, 百合) – stärkt den Po Aspekt der Lunge

Lungenkraut – als westliche Variante, stärkt ebenfalls Po


Ich wünsche dir alles Liebe für dieses Büffel-Jahr!


Auf der Homepage von Rene van Osten gibt es hier den Podcast zum Ersten Teil der Beschreibung vom Hexagramm 51.

Buchtipps:

Mit diesen natürlichen Hilfsmitteln steht einem schönen Frühlingsbeginn also nichts mehr im Wege! 😊

…in der Tradition­ellen Chinesischen Medizin und deren Behandlung mit Tuina Anmo


Bei uns im Westen und natürlich auch in meinem Bekanntenkreis ist es oft ganz normal, dass man sich während „der Tage“ mit diversen Beschwerden und Schmerzen herumplagen muss. Mit diesen Schmerzen vor und während der Menstruation hat man sich oft schon abgefunden und lebt mittlerweile ganz gut damit. Man verbringt diese Tage dann entweder zuhause im Bett oder quält sich mehr oder weniger durch den Arbeitstag. Aber eigentlich sollte die Blutung ohne Beschwerden beginnen und ohne auch Beschwerden wieder enden. In der chinesischen Medizin wird diesem Thema viel Beachtung geschenkt, denn es geht bei der Regelblutung schließlich um das Zentrum einer Frau. Anhand der Symptome werden bestimmte Grundmuster erkennbar und diese werden entsprechend der Therapieverfahren der Chinesischen Medizin behandelt. Wenn unser Zentrum wieder gut funktioniert, verschwinden meistens viele andere Beschwerden von selbst.

„Schmerz ist der Schrei des Gewebes nach fließender Energie“
(Dr. Voll)

Auch ich hatte seit dem Beginn meiner Blutung immer wieder Beschwerden. Mit der Einnahme der Pille, haben sich allerdings die Bauchkrämpfe verbessert. Jedoch war die tägliche Einnahme eines Medikamentes keine Dauerlösung für mich. Somit machte ich mich auf die Suche nach natürlichen Heilmethoden und bei meinen Beschwerden hat mir die TCM wirklich sehr geholfen. Diese Erfahrung und das gesammelte Wissen rund um das Thema Menstruation, möchte ich gerne weitergeben und habe deshalb dieses Thema für meine Diplomarbeit ausgewählt.

Hier möchte ich einen kleinen Auszug aus meiner Diplomarbeit vorstellen, wo Sie mehr über die wichtigsten Beschwerdemuster und Behandlungsmöglichkeiten der chinesischen Medizin erfahren.

Inhaltsangabe


Einführung in die Chinesische Medizin
Grundbegriffe aus der TCM – Yin und Yang, Qi, Blut, Körperflüssigkeiten und Essenz
Leber, Niere und Uterus  – Funktion und Wichtigkeit bei Menstruationsbeschwerden
Der Zyklus

Dysmenorrhoe

Prämenstruelles Syndrom

Amenorrhoe

Ernährungstipps zu den Syndromen
Einführung
Syndrome

Literaturverzeichnis

Einführung

Grundbegriffe aus der TCM – Yin und Yang, Qi, Blut, Körperflüssigkeiten und Essenz


Ich möchte kurz einige Grundbegriffe erklären, die für das Verständnis der weiteren Syndrome wichtig und hilfreich sind. Yin und Yang ist die Wurzel unseres Lebens und bildet die Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin. Wenn sich Yin und Yang vereinigen, entsteht das Ganze. Yin steht für die Weiblichkeit, den Schatten, das Tal, die Ruhe, die Substanz und Yang steht für die Männlichkeit, die Sonne, der Berg, die Wärme und Kraft. Diese zwei Polaritäten bestimmen unser Leben und begleiten uns überall. Die Welt ist in einem ständigen Wechsel, von Tag zu Nacht, von Sommer zu Winter und unser Körper passt sich diesem natürlichen Rhythmus an. Wenn das Verhältnis zwischen Yin und Yang ausgeglichen ist, befinden wir uns in einem gesunden, harmonischen Zustand. Wenn sich Yin und Yang trennen, sterben wir. Unser Yin im Körper bildet die Materie, unser Blut, Säfte und Substanz. Das Yang in uns ist das „Unsichtbare“, die Energie und Wärme. In unserem Körper und in jedem Organ soll das Verhältnis von Yin und Yang ausgewogen sein. Wenn wir krank werden, liegt ein Ungleichgewicht vor.

„Yin ruht, Yang ist aktiv.
Yang erzeut Leben, Yin lässt es wachsen…
Yang wird zu Qi gewandelt, Yin wird zum materiellen Leben transformiert.“
(Aus dem „Gelben Kaiser“)

Das Qi (Energie) fließt in unserem Körper und ist in einem ständigen Fluss. Über die Meridiane (Energieleitbahnen) fließt das Qi und verteilt sich im ganzen Körper. Es versorgt unsere Haut, Muskeln, Knochen und Organe. Jedes Organ hat eigene Qi-Funktionen und bestimmte Qi-Flussrichtungen. Es gibt auch verschiedene Qi-Formen wie z.B. das Nahrungs-Qi, welches aus unserer Nahrung gewonnen wird und somit zu einer unserer Hauptenergiequellen zählt. Dazu zählt auch das Atmungs-Qi, welches wir über die Lunge durch die Atemluft aufnehmen. Wenn sich das Nahrungs-Qi mit dem Qi der Atmung verbindet, entsteht Sammel-Qi. Dann gibt es noch eine vorgeburtliche Komponente des Qi – Ursprungs-Qi, es entstammt aus der Niere und verbindet sich nun mit dem Sammel-Qi. Dies ist der letzte Schritt der Transformation, das Wahre-Qi (entstanden durch Ursprungs- und SammelQi) teilt sich jetzt nur mehr in zwei Teile auf. In Nähr-Qi, welches die inneren Organe und Körperstrukturen nährt und in Abwehr-Qi, welches uns vor pathogenen Faktoren wie Wind, Kälte, Nässe oder Hitze schützt und in den Meridianen und oberen Hautschichten kreist.

Die wichtigsten Funktionen von Qi: Umwandlung von Nahrung in Nahrungs-Qi, Transport von Flüssigkeiten und von Blut, Bildung von Blut mithilfe von Nahrungs-Qi, das Blut wird in den Gefäßen gehalten und die Organe an ihrem Platz, Schutz vor pathogenen Faktoren.

Wenn nicht genügend Qi produziert wird, entsteht ein Mangel, welcher sich in Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden, etc. äußern kann. Wenn Qi nicht ungehindert fließen kann, entsteht Stagnation, welche Schmerzen verursacht. Weitere pathologische Erscheinungen von Qi wären „Absinken des Qi“ wobei es z.B. zu Organsenkungen kommen kann und „Rebellierendes Qi“, wo das Qi nicht in die normale Richtung fließt, wie z.B. bei Erbrechen, Sodbrennen oder Husten.

Unser Blut ist nach chinesischer Sichtweise eine verdichtete Form von Qi. Welches sich in den Gefäßen und Meridianen bewegt und unseren Körper ernährt, befeuchtet und kühlt. Unsere Organe und alle Körperstrukturen müssen ausreichend mit Blut versorgt sein. Auch unser Geist benötigt genug Blut um sich ausruhen zu können. So können bei einem Blutmangel, Schlafprobleme und das Gefühl von Unruhe auftreten. Die Körperflüssigkeiten stammen aus der aufgenommenen Nahrung und dienen, wie das Blut, zur Befeuchtung des Körpers. Trübe Anteile davon werden später über Blase und Dickdarm ausgeschieden.

Die Essenz  gibt dem Körper seine physische Struktur und entspricht in etwa dem Erbgut. Diese Substanz wird uns von unseren Eltern bei der Zeugung mitgegeben. Sie bestimmt die körperliche und seelische Grundenergie, Vitalität und Stärke eines jeden Menschen. Die vorgeburtliche Essenz kann später nicht mehr beeinflusst werden. Es gibt aber noch eine nachgeburtliche Essenz, welche über die Ernährung und eine gute Lebensführung stimmuliert werden kann. Die Essenz ist in der Niere gespeichert und die beiden Komponenten aus vor- und nachgeburtlicher Essenz bestimmen unser Wachstum, Entwicklung, Fortpflanzung, sexuelle Energien und Alterung.

Leber, Niere und Uterus > Funktion und Wichtigkeit bei Menstruationsbeschwerden


Bei Menstruationsstörungen geht es vorallem um das Blut und um den glatten Fluss des Blutes. Hier kommt vor allem die Leber ins Spiel, denn sie ist das Organ, das unser Blut verwaltet und sich um den glatten, freien Fluss im ganzen Körper kümmert. Sie soll das Qi in alle Richtungen verteilen. Eines der  wichtigsten Syndrome ist deshalb die Leber Qi Stagnation. Typische Symptome sind Spannungsschmerzen in den Brüsten und im Bauchraum, Reizbarkeit, Blähungen, Seitenstechen. Weitere Syndrome sind z.B. der Blutmangel, Yin Mangel oder Leber Hitze. Bei Bedarf stellt die Leber also immer ausreichend Blut zur Verfügung. Wenn unser Körper genügend Blut hat und der Fluss nicht blockiert ist, läuft dieser Prozess vor und während der Menstruation ohne Beschwerden ab. Das die Menstruation zyklisch und regelmäßig wiederkommt, ist eine weitere Funktion der Leber, sowie auch die Steuerung der Hormone. Bei einer Störung des Organs kann es z.B. zu einer Veränderung im Zyklus, zu vermehrten Schmerzen oder zu einer verstärkten Blutausschüttung kommen. Die Emotionen Wut, Zorn, Frustration gehören dem Funktionskreis Leber/Gallenblase an und können unsere Menstruation im negativen Sinne beeinflussen.

Damit wir überhaupt genügend Blut zur Verfügung haben, ist die Leber auf unsere Milz und das aus der Nahrung gewonnene Nahrungs-Qi angewiesen. Denn das Herz benötigt gutes Qi um daraus Blut zu transformiern. Wenn Milz und Magen mit gutem Essen versorgt werden, erhält auch die Leber genügend Blut, welches sie dann wieder zyklisch abgeben kann. Unsere Nahrung und unser Lebensstil spielen somit eine wichtige Rolle in der Prävention und Gesunderhaltung.

Die Essenz wird, wie bereits erwähnt, in der Niere gespeichert und das Menstruationsblut ist ein besonderes Blut, es ist rotes Jing (Essenz) von der Niere. Unser Jing ist eine wertvolle Substanz, sie wird uns von unseren Eltern mitgegeben und nimmt mit dem Laufe der Jahre langsam ab. Wir können unsere Essenz wenn sie einmal aufgebraucht ist schwer wieder auffüllen, deshalb ist es wichtig, sie zu schützen und zu bewahren, indem wir auf einen guten Lebensstil achten, uns gut ernähren und genügend Ruhepausen in unseren Alltag einbauen. Dann muss unser Körper nicht ständig auf unsere wertvollen Reserven zurückgreifen. Ein Essenzmangel zeigt sich zum Beispiel in einer schlechten Knochenentwicklung, lockeren Zähnen, vorzeitiges Ergrauen und Ausfallen der Haare, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Tinnitus. Nach der Fünf-Elemente-Lehre ist die Niere die Mutter der Leber und in der TCM sagt man, wenn es der Mutter gut geht, geht es auch dem Kind gut. Somit wirkt sich eine mögliche Schwäche des einen Organs, auf das nächste Organ aus.

Der Uterus empfängt die Essenz der Niere und lässt das Blut dann mit Hilfe der Leber zyklisch abfließen. Die Gebärmutter wird in der chinesischen Medizin zu den außergewöhnlichen Organen gezählt. Die außergewöhnlichen Organe zählen von der Form her zu den FU (Yang) Organen, da sie hohl sind, aber von ihrer Funktion sind sie ZANG (Yin) Organe, da sie etwas speichern (zum Beispiel Essenz). Genährt werden die außergergewöhnlichen Organe von den Sondergefäßen. In der TCM zählt man 12 Hauptmeridiane (Niere/Blase, Leber/Gallenblase, Milz/Magen, Herz/Dünndarm, Lunge/Dickdarm, Perikard/Dreifacher Erwärmer) und es gibt acht Sondergefäße (Ren mai/Du mai, Chong mai/Dai mai, Yin wei mai/Yang wei mai, Yin qiao mai/Yang qiao mai). Aber besonders REN MAI, DU MAI und CHONG MAI haben einen engen Bezug zum Uterus. Denn alle drei Sondermeridiane haben ihren Ursprung in der Niere. Diese drei Gefäße sind wichtig, denn bei Störungen des Uterus kann über ihre Punkte Einfluss genommen werden.


Der Zyklus


Ein gesunder Menstruationszyklus dauert 28 Tage und setzt ohne Beschwerden ein und hört auch wieder ohne Beschwerden auf. Wichtig ist dabei aber immer die Regelmäßigkeit, laut G. Macioca kann man es als normal betrachten, wenn der Zyklus z.B. immer 32 Tage dauert. Weiters sind kleine Abweichungen möglich und normal, da die Regelblutung von vielen Umständen beeinflusst werden kann wie zum Beispiel durch unsere Emotionen und unser generelles Lebensumfeld. Frustration, Ärger, Unzufriedenheit oder Stress können den freien Fluss von Qi und Blut behindern oder das Blut zu sehr erhitzen. Zu viel Grübeln oder Gedankenspiralen lassen das Qi ebenfalls stagnieren. Freude im Übermaß dagegen kann den Zyklus unregelmäßig erscheinen lassen. Und die Angst lässt das Qi absinken, was z.B. bis zur Gebärmuttersenkung oder Abort führen kann. Auch die äußeren Faktoren haben Einfluss auf uns, wie zum Beispiel Kälte und Nässe.

Beispiel: Baden in kaltem Wasser, kurz vor oder während der Menstruation, führt zu einer inneren Blockade und das Qi stagniert. Das gleiche passiert bei dem Verzehr von zu kalten Nahrungsmitteln wie z.B. Eis oder Wassermelonen.

Die 4 Phasen des Zyklus:

  • Erste Phase: die Blutung setzt ein
  • Zweite Phase: Qi und Blut wird wieder aufgebaut
  • Dritte Phase: Blut und Yin sind am Höhepunkt angelangt (Zeit um den Eisprung)
  • Vierte Phase: die Leber ist aktiv und bringt das Blut wieder zum Uterus

Die Bedeutungen bei Störungen des Zyklus

Ein zu kurzer Menstruationszyklus:
–   kann eine Milz-Qi Schwäche bedeuten, sowie Blut, Hitze oder Leber und Nieren Yin Mangel

Ein zu langer Zyklus:
– kann Blut-Leere, Qi-Stagnation, Kälte im Uterus oder Nierenschwäche sein

Unregelmäßige Menstruation:
-kann auf Leber-Qi Stagnation, Blut Stase, Qi Mangel oder Nierenschwäche hindeuten

Zwischenblutung
– kann Nässe-Hitze sein, sowie Qi Mangel oder Leber und Nieren Yin Mangel

Bräunlicher Ausfluss zu Beginn oder Ende der Menstruation
– deutet auf eine Leber Blut Stase hin

Dysmenorrhoe


Symptome
Bei einer Dysmenorrhoe zeigen sich Schmerzen während der Menstruation. Zum Beispiel im Unterleib, die sich bis in den Lumbalbereich ausdehnen können oder nur lokal im Rücken auftreten, sowie Schmerzen am ganzen Körper, im Kopf oder der Brust, sowie Migräne, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und allgemeines Unwohlsein.

Syndrome und Behandlung

Leber Qi-Stagnation
Eines der häufigsten Syndrome bei PMS zeigt sich mit Reizbarkeit, Launenhaftigkeit, Ungeduld, Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust und im Bauch, (wenn die Brust auch anschwillt ist zusätzlich Schleim vorhanden) unregelmäßige Menstruation, Völlegefühl, Blähungen. Der Puls ist saitenförmig, gespannt, die Zungeränder sind gerötet und/oder es zeigt sich die typische „Leberrinne“.

Mögliche Ursachen:
Stress, Frustration, unterdrückte Gefühle, zu wenig Bewegung, einseitige oder falsche Ernährung

Behandlungsstrategie:
Leber Qi bewegen und entspannen, Stagnation lösen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibustion (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Leber und Herz Feuer
Hitzegefühl, Reizbarkeit, Rastlosigkeit, Ungeduld, Unruhe, Schlafstörungen, Spannungsgefühl in der Brust, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel, Tendenz zur Verstopfung, der Harn ist dunkel. Der Puls ist schnell und saitenförmig, die Zunge an der Spitze und an den Rändern gerötet, der Belag ist eher gelblich.

Mögliche Ursachen:
Stress, Überarbeitung, Freude im Übermaß, Alkohol, Verwendung von zu heißen Nahrungsmitteln und zu stark erhitzenden Kochmethoden wie Grillen oder Frittieren

Behandlungsstrategie:  
Hitze ausleiten, Leber und Herz beruhigen, Schmerz stillen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Auricolotherapie

Hinweis: Kopfschmerzen nach der Menstruation weisen auf einen Qi und Blut Mangel hin.

Milz- und Nieren Yang Mangel
Kälteempfindlich, Antriebslos, Müdigkeit, man kommt schwer in die Gänge, Niedergeschlagenheit, Wasseransammlungen an den Beinen, Tendenz zu Durchfall während und nach der Menstruation, wenig Appetit, Schmerzen und Kältegefühl im unteren Rücken, dumpfe Bauchschmerzen zu Beginn der Menstruation. Die Zunge weißt Zahnabdrücke seitlich auf und ist blass und etwas feucht. Der Puls ist schwächlich und tief.

Mögliche Ursachen:
Qi Mangel, falsche Ernährung (wie z.B. zu viel Rohkost und Milchprodukte)

Behandlungsstrategie: 
Die Mitte stärken, Milz und Nieren wärmen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Leber Qi-Stagnation mit der Tendenz zu Leber-Feuer

Die Menstruation kann unregelmäßig auftreten, Spannungsschmerz vor und während der Regel im Unterbauch und auch seitlich, Qualität des Schmerzes ist eher ziehend oder stechend,  Spannungsgefühl in den Brüsten, Engegefühl beim Einatmen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen. Die Menge des Blutes ist eher viel, die Farbe dunkel mit Klumpen, die Zunge ist häufig an den Rändern rot und geschwollen, Puls ist seitenförmig und beschleunigt bei Hitze, der Urin ist wenig und dunkel wenn Hitze vorhanden ist.

Mögliche Ursachen:
Zu viel Stress, Frustration, Unzufriedenheit

Behandlungsstrategie:
Qi bewegen, Schmerz lindern, Hitze ausleiten

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Auricolotherapie

Leber Qi Stagnation mit Blutstase
Starke Schmerzen und Spannungen im Unterbauch, im seitlichen Bauchbereich, sowie der Brust, die Schmerzen können bereits vor der Menstruation auftreten, Schmerz wird eher stechend sein, Reizbarkeit, Brustenge, wechselnde Menge des Blutes, Konsistenz des Blutes ist klumpig, Farbe eher dunkel, die Zunge ist violettrot, Puls ist saitenförmig und eher fein

Mögliche Ursachen:
Stress, Frustration, Unzufriedenheit, Blutstase ist die Folge von langandauernder Stagnation

Behandlungsstrategie:
Qi bewegen, Stase umwandeln, Leber entspannen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibusiton (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Kälte und Nässe läst Blut stagnieren
Abneigung gegen Kälte, starke Regelschmerzen in Bauch und Rücken, oft krampfartig, Besserung durch Wärme, Gliederschmerzen, Menstruation kann verspätet kommen, Menge des Blutes wenig mit dunklen Klumpen, Schwächegefühl, Zunge ist blass, manchmal mit weißem feuchten Belag, der Puls ist fein und tief

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Einnahme von Medikamenten, Klima, Qi- und Yang Mangel

Behandlungsstrategie:
Wärmen, Qi und Blut bewegen, Stagnation umwandeln

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Qi und Blut Mangel
Bei diesem Syndrom ist die Schmerzqualität eher dumpf und/oder ziehend, oft gegen Ende der Menstruation. Die Schmerzen können auch nach oder vor der Regel auftreten. Bei einem Blutmangel kommt die Regel oft zu spät und, wenn das Milz Qi geschwächt ist dann, häufig zu früh. Meist besteht auch Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsmangel, breiiger Stuhl, Schlafstörungen und verschleierte Sicht (Blut Mangel). Das Gesicht und Zunge sind blass, der Puls ist fein und/oder rau.

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Verausgabung, Überanstrengung, Geburt

Behandlungsstrategie:
Milz Qi stärken und Blut tonisieren, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Leber und Nieren Yin Mangel
Hier treten oft dumpfe Schmerzen im Unterbauch und im Rücken auf. Der Zyklus und die Menge des Blutes können variieren, die Farbe ist meist rot und ohne Klumpen. Es können auch Nachtschweiß, unruhiger Schlaf, Schwindel und Hitze an den Hand- und Fußsohlen auftreten. Die Zunge ist meist rot und entweder ohne Belag oder mit belaglosen Stellen. Der Puls ist fein oder rau und oft saitenförmig.

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Überanstrengung, Stress, lang bestehende psychische Probleme

Behandlungsstrategie:
Leber und Nieren Yin nähren und stärken, Schmerzen lindern, Unruhe beseitigen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, sanftes Gua Sha und Schröpfen, Auricolotherapie. Als Eigentherapie wichtig sind eine gesunde Ernährung und der Abbau von Stress.

Prämenstruelles Syndrom


Symptome
Zum PMS gehören alle Beschwerden die einige Tage vor der Menstruation auftreten. Es zeigt sich oft ein emotionales „Auf und Ab“ wie Reizbarkeit, Ungeduld, Kummer, Niedergeschlagenheit. Weitere Symptome sind Durchfall, Heißhunger, Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten, Ödeme, Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder stärkere Kälteempfindung. 

Oftmals treten diese Symptome durch eine Veränderung des Hormonsystems auf (abfallender oder ansteigender Östrogenspiegel).

Syndrome und Behandlung

Leber Qi-Stagnation
Eines der häufigsten Syndrome bei PMS zeigt sich mit Reizbarkeit, Launenhaftigkeit, Ungeduld, Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust und im Bauch, (wenn die Brust auch anschwillt ist zusätzlich Schleim vorhanden) unregelmäßige Menstruation, Völlegefühl, Blähungen. Der Puls ist saitenförmig, gespannt, die Zungeränder sind gerötet und/oder es zeigt sich die typische „Leberrinne“.

Mögliche Ursachen:
Stress, Frustration, unterdrückte Gefühle, zu wenig Bewegung, einseitige oder falsche Ernährung

Behandlungsstrategie:
Leber Qi bewegen und entspannen, Stagnation lösen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibustion (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Leber und Herz Feuer
Hitzegefühl, Reizbarkeit, Rastlosigkeit, Ungeduld, Unruhe, Schlafstörungen, Spannungsgefühl in der Brust, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel, Tendenz zur Verstopfung, der Harn ist dunkel. Der Puls ist schnell und saitenförmig, die Zunge an der Spitze und an den Rändern gerötet, der Belag ist eher gelblich.

Mögliche Ursachen:
Stress, Überarbeitung, Freude im Übermaß, Alkohol, Verwendung von zu heißen Nahrungsmitteln und zu stark erhitzenden Kochmethoden wie Grillen oder Frittieren

Behandlungsstrategie:  
Hitze ausleiten, Leber und Herz beruhigen, Schmerz stillen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Auricolotherapie

Hinweis: Kopfschmerzen nach der Menstruation weisen auf einen Qi und Blut Mangel hin.

Milz- und Nieren Yang Mangel
Kälteempfindlich, Antriebslos, Müdigkeit, man kommt schwer in die Gänge, Niedergeschlagenheit, Wasseransammlungen an den Beinen, Tendenz zu Durchfall während und nach der Menstruation, wenig Appetit, Schmerzen und Kältegefühl im unteren Rücken, dumpfe Bauchschmerzen zu Beginn der Menstruation. Die Zunge weißt Zahnabdrücke seitlich auf und ist blass und etwas feucht. Der Puls ist schwächlich und tief.

Mögliche Ursachen:
Qi Mangel, falsche Ernährung (wie z.B. zu viel Rohkost und Milchprodukte)

Behandlungsstrategie: 
Die Mitte stärken, Milz und Nieren wärmen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Amenorrhoe


Symptome
Wenn die Regelblutung 2 bis 3 Monate nicht auftritt oder die Frau über dem 18 Lebenjahr ist und keine Blutung kommt, so kann mann von einer Amenorrhoe ausgehen. Wenn die Menstruation sehr kurz und mit wenig Blut ist, dann kann dies oft schon als Vorstufe einer beginnenden Amenorrhoe angesehen werden und dementsprechend therapiert werden.
Die Ursachen können äußere Faktoren wie Kälte oder Nässe sein oder auch Überanstrengung, Frustration, psychische Probleme, Unterernährung, sowie zu viel kalte und rohe Speisen. Wenn die Blutung aufrund eines pathogenen Faktors (z.b. Wind-Kälte oder Wind-Nässe) ausbleibt, sollte dieser über das 6 Schichten Modell behandelt werden.

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Blutmangel > Blut tonisieren
  • Qi Stagnation > Stagnation auflösen
  • Milz und Nieren Yang Mangel > Milz und Nieren wärmen
  • Leber- und Nierenschwäche > Leber und Nieren stärken
  • Äußere Wind-Kälte oder Wind-Nässe > PF entfernen, Qi und Blut wärmen

Tipp:  Tee der die Monatsblutung reguliert *
9g chinesische Angelika-Wurzel (Dang Gui)
6g chinesischer Liebstöckel (Chuan Xiong)
6g Herzspannkraut (Yi Mu Cao)

Den Tee mit heißem Wasser übergießen und kurz köcheln lassen. Er fördert die Blutbildung, regt die Zirkulation an und wirkt schmerzstillend.

*aus dem Buch Gertrude Kubiena – die Kraft Chinesischer Hausmittel

Syndrome und Behandlung

Blut Mangel
Die Blutungen werden von Monat zu Monat immer weniger, bis Sie schließlich komplett aufhören. Es kann Schwindel auftreten, verschleierte Sicht, Schwächegefühl, Schlafstörungen, das Gesicht und Zunge sind blass, der Puls ist fein und/oder rau.

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Verausgabung, Überanstrengung

Behandlungsstrategie: 
Blut und Qi tonisieren
(Hier ist es wichtig, mit Ernährung und Kräutertherapie zu arbeiten)

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, leichtes Schröpfen

Qi Stagnation mit Blutstase
Die Menstruation hört plötzlich auf, es können sich Reizbarkeit, Launenhaftigkeit, Ungeduld, Spannungsgefühl im Bauch, Völlegefühl und Niedergeschlagenheit zeigen. Die Zungenränder können gerötet oder aufgerollt sein und bei Blutstase kann die Zunge bläuliche Flecken aufweisen, der Puls ist saitenförmig.

Mögliche Ursachen:
Stress, Überforderung, unterdrückte Wut

Behandlungsstrategie:
Qi bewegen und Stase umwandeln, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibustion (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Milz und Nieren Yang Mangel
Ausbleiben der Menstruation, mit einhergender Müdigkeit, Schwindel, Tendenz zu Durchfall, Rückenschmerzen, Kältegefühl, Schweregefühl in den Beinen. Die Zunge ist blass und geschwollen, der Puls tief-schwächlich.

Mögliche Ursachen:
Qi Mangel, falsche Ernährung (wie z.B. zu viel Rohkost und Milchprodukte)

Behandlungsstrategie:
Mitte stärken, Milz und Nieren wärmen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, sanftes Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Leber und Nieren Yin Mangel
Ausbleiben der Regelblutung, begleitet oft mit Schwindel, Tinnitus, verschwommener Sicht, Rückenschmerzen, trockene Augen, Schlafstörungen, Nachtschweiß. Die Zunge ist ohne Belag und gerötet, der Puls ist oberflächlich und leer.

Mögliche Ursachen:
Überanstrengung, Stress, viele Geburten

Behandlungsstrategie:
Leber und Nieren Yin nähren und stärken

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, sanftes Schröpfen und Gua Sha, Auricolotherapie.
Als Eigentherapie wichtig sind eine gesunde Ernährung und der Abbau von Stress.

Ernährungstipps zu den Syndromen

Einführung:

In China lehrt man schon den Kindern wie die Lebensmittel auf uns wirken, welche Thermik oder welchem Element diese zugehören. Somit wachsen sie mit einem Wissen heran, wie sie sich der Jahreszeit entsprechend ernähren und welche Lebensmittel sie bei bestimmten Beschwerden bevorzugt einnehmen sollen. Das Prinzip der TCM beruht auch hier auf Vorbeugung und Prävention. Bei der Ernährungslehre werden wieder die Theorie von Yin und Yang, sowie die Lehre der 5 Elemente angewendet. So sollen die Lebensmittel bei einem Yin Mangel kühlen, befeuchten, die Säfte aufbauen und bei einem Yang Mangel wärmen und stärken. Die Lebensmittel werden somit in ihrer Thermik klassifiziert, hier einige Beispiele:

Kalte Nahrungsmittel: Tomate, Gurke, Salate, Bambussprosse, Algen, Wassermelone, Banane, Kiwi, Ananas, Zitrone, Joghurt, Mineralwasser, eisgekühlte Getränke. Kalte Nahrungsmittel werden verwendet, um Hitze zu kühlen. Aufpassen sollte man aber, bei dem Verzehr von übermäßg kalten  Lebensmitteln (auch zu viel Rohkost und Salate) kühlen unseren Körper zu stark ab und verursachen einen Yang Mangel. Kältezustände im Körper können sich in Erkältungsanfälligkeit, Verdauungsbeschwerden oder ständigem Frieren zeigen. Deshalb sollten diese Lebensmittel meist in kleineren Mengen verwendet werden.  

Erfrischende Nahrungsmittel: Couscous, Gerste, Roggen, Bulgur, Weizen, Schwein, Ente, Artischocke, Brokkoli, Spinat, Zuchini, Melanzani, rote Rübe, Avocado, Paprika, Radieschen, Mungobohne, Sojabohne, Heidelbeere, Johannisbeere, Erdbeere, Birne, Apfel, Leinöl, Olivenöl. Diese Lebensmittel benötigen wir, um Blut und Körpersäfte aufzubauen. Sie bieten auch einen guten Ausgleich zu warmen und heißen Nahrungsmittel. In der kälteren Jahreszeit ist es gut, diese Produkte, wie bei den kalten Nahrungsmittel, eher in kleineren Mengen oder in gekochter Form zu verspeisen. So werden die Gerichte bekömmlicher und sind gut für unsere Mitte.

Neutrale Nahrungsmittel: Dinkel, Reis, Hirse, Quinoa, Mais, Rind, Erbsen, Bohnen, Karotte, Kürbis, Kartoffel, Süßkartoffel, Linsen, Kohlrabi, Sellerie, Rettich, Brombeere, Himbeere, Weintraube, Dattel, Mandel, Haselnuss, Sesam. Diese Lebensmittel sollten den größten Teil der Nahrung ausmachen, denn sie bauen Qi auf und wirken insgesamt harmonisierend und nährend.

Warme Nahrungsmittel: Grünkern, Hafer, Huhn, Reh, Hirsch, Lauch, Zwiebel, Fenchel, Rosenkohl, Pastinake, Petersilienwurzel, Maroni, Granatapfel, Marille, Pfirsich, Vanille, Zimt, Nelke, Kardamon, Petersilie, Basilikum, Dill, Majoran, Rosmarin, Oregano, Wacholderbeere. Stärken unser Yang, liefern Energie und regen unsere Verdauungskraft an. Sie sollten in einer guten Kombination mit neutralen und erfrischenden Nahrungsmitteln vorkommen. Wichtig bei einem Yang Mangel ist die Verwendung von wärmenden Gewürzen.

Heisse Nahrungsmittel: Lamm, Ziege, Alkohol, Glühwein, Sternanis, Chili, Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Curry, Fenchelsamen, Senf. Diese Produkte sollten, wie die kalten Nahrungsmittel, nur in kleineren Mengen gegessen werden, um eine Yang Fülle zu vermeiden.

Um auch in der kalten Jahreszeit erfrischende Nahrungsmittel verweden zu können, ist es ratsam  yangisierende Kochmethoden anzuwenden. Diese sind zum Beispiel langes Kochen, kurzes-scharfes Anbraten oder Backen im Ofen. Im Gegenteil dazu können Sie blanchieren, dämpfen und Kochen mit viel Saft, um Ihre Speise zu yinisieren. Um Yin und Yang gleich zu stärken, bietet es sich an, ein Gericht mit lang gekochten Speisen mit kurz gekochten Zutaten zu ergänzen. Oder Sie ergänzen Ihre Speisen mit Salten und Sprossen.

Die 5 Elemente setzen sich aus Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zusammen. Zu der bereits bestehenden Klassifizierung in der Thermik, werden die Lebensmittel auch noch nach ihrem Charakter und Geschmack einem Element zugeordnet. Jeder Geschmack wirkt anders auf unseren Körper und so können genaue Aussagen gemacht werden, welche Nahrungsmittel bei welchem Syndrom eingesetzt werden können und welche eher vermieden werden sollen.

Saurer Geschmack: Element Holz – Organpaar Leber/Galleblase.
Wirkung: bewahrt unsere Körpersäfte, zieht zusammen und leitet nach unten. Die meisten sauren Nahrungsmittel haben eine erfrischende und kühlende Wirkung wie zum Beispiel viele Früchte, Tomaten oder Joghurt. In kleiner Menge regt der saure Geschmack die Leber an. Zu viel davon stört unseren freien Qi-Fluss. Bei Trockenheitssyndromen können Nahrungsmittel wie Zitronen angwendet werden, da sie die Körperflüssigkeiten bewahren.

Bitterer Geschmack: Element Feuer – Organpaar Herz/Dünndarm.
Wirkung: trocknet, mild ausleitend, entgiftend, in geriner Menge fördert er die Verdauung. Im positiven Sinne austrocknend wirken Kräuter wie Thymian und Oregano, da sie Wasseransammlungen entgegen wirken. Kaffee und Schwarztee wirkt sich in größerer Menge eher negativ aus. In übermäßiger Anwendung führt dies eher zu trockener Haut und Unruhe, da die Körperflüssigkeiten geschädigt werden.

Süßer Geschmack: Element Erde – Organpaar Milz/Magen.
Wirkung: baut unser Qi auf, nährt unsere Mitte, befeuchtet und harmonisiert. Süß ist der wichtigste Geschmack bei einem Gericht, hierzu zählen auch neutral schmeckende Mahlzeiten. Zum süßen Geschmack werden grundsätzlich alle Getreidesorten, Hülsenfrücht, viele Gemüse- und Fleischsorten gezählt. Aufpassen sollte man nur bei süß-befeuchtenden Nahrungsmittel wie Banane, Zucker und Milchprodukte, denn diese können im Übermaß genossen zu Feuchtigkeits- und Schleimsyndromen führen.

Scharfer Geschmack: Element Metall – Organpaar Lunge/Dickdarm.
Wirkung: zerstreuend, bewegt Qi, leitet nach oben und außen. Scharfe Nahrungsmittel wie Chili, Pfeffer und Ingwer werden oft bei Kältezuständen verwendet, da sie meist wärmen. So macht man sich die zerstreuende, immunstimmulierende Wirkung vom scharfen Geschmack bei Erkältungskrankheiten im Anfagnsstadium zu Nutze. Wichtig ist, wieder auf ein gutes Gleichgewicht zu achten, denn zu viele scharfe Nahrungsmittel erzeugen Hitze, sowie Trockenheit im Körper und können auch den Blutdruck anheben.

Salziger Geschmack: Element Wasser – Organpaar Niere/Blase.
Wirkung: leitet in die Tiefe,  aufweichend, löst Stagnationen. Salz oder Nahrungsmittel wie Algen, Meeresfrüchte, Bohnen, Miso oder auch Sojasoße haben einen engen Bezug zu der Niere. Der salzige Geschmack löst Stauungen und Schleimansammlungen auf, wie zum Beispiel bei Schwellungen, Zysten oder Knoten. Mineralwasser gehört auch zum Wasserelement und regt die Harnausscheidung an, befeuchtet und kühlt ab. Bei Kältesyndromen sollte man dann bevorzugt eher heißes Wasser trinken. Gekochtes Wasser wirkt sich besser auf unsere Verdauungskraft aus und stützt unsere Mitte. Da Salz bei uns meist übermäßig verwendet wird, sollte man es eher sparsam beim Kochen einsetzten.

Syndrome

Leber Qi Stagnation und  Blut Stase
Die Lebensmittel sollen das Qi bewegen und verteilen, damit es wieder frei fließen kann.
Das Temperaturverhalten soll neutral bis warm sein und der Geschmack süß und etwas scharf.
Bei einer Blut Stase darf es auch etwas salzig sein um diese aufzuweichen. Von den Kochmethoden eignen sich gut dünsten, garen, blanchieren oder kochen. 

Reis, Dinkel, Hirse, Quinoa, Grünkern, Fenchel, Rind, Pute, geräucherter Fisch, Forelle, Karpfen, Lauch, Zwiebel, Knoblauch, Karotte, Süßkartoffel, Kürbis, Radieschen, Rettich, Kichererbsen, Linsen, Adukibohnen, Kohlrabi, Sellerie, Stangensellerie, Sauerampfer, Artischocke, gekeimte Sprösslinge, Aprikose, Himmbeere, Pfirsich, Zwetschke, Petersilie, Rosmarin, Dill, Kurkuma, Basilikum, Schafgarbe, Liebstöckel, Oregano, Brennessel, Schnittlauch, Traubensaft, Chrisanthemen-Rosenblütentee (zwischen der Menstruation – bewegt das Qi), Frauenmanteltee, Pfefferminztee.

Tipp: 10 – 15g Fenchelsamen in 50-100g Reis kochen und während der Menstruation 1 bis 2 mal täglich essen. Wärmt den Bauch und bewegt das Qi. *
*aus dem Buch Gunter Neeb– Gynäkologie und Frauenheilkunde

Hinweis: Kopfschmerzen nach der Menstruation weisen auf einen Qi und Blut Mangel hin.

Milz- und Nieren Yang Mangel
Kälteempfindlich, Antriebslos, Müdigkeit, man kommt schwer in die Gänge, Niedergeschlagenheit, Wasseransammlungen an den Beinen, Tendenz zu Durchfall während und nach der Menstruation, wenig Appetit, Schmerzen und Kältegefühl im unteren Rücken, dumpfe Bauchschmerzen zu Beginn der Menstruation. Die Zunge weißt Zahnabdrücke seitlich auf und ist blass und etwas feucht. Der Puls ist schwächlich und tief.

Mögliche Ursachen:
Qi Mangel, falsche Ernährung (wie z.B. zu viel Rohkost und Milchprodukte)

Behandlungsstrategie: 
Die Mitte stärken, Milz und Nieren wärmen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Leber Qi-Stagnation mit der Tendenz zu Leber-Feuer

Die Menstruation kann unregelmäßig auftreten, Spannungsschmerz vor und während der Regel im Unterbauch und auch seitlich, Qualität des Schmerzes ist eher ziehend oder stechend,  Spannungsgefühl in den Brüsten, Engegefühl beim Einatmen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen. Die Menge des Blutes ist eher viel, die Farbe dunkel mit Klumpen, die Zunge ist häufig an den Rändern rot und geschwollen, Puls ist seitenförmig und beschleunigt bei Hitze, der Urin ist wenig und dunkel wenn Hitze vorhanden ist.

Mögliche Ursachen:
Zu viel Stress, Frustration, Unzufriedenheit

Behandlungsstrategie:
Qi bewegen, Schmerz lindern, Hitze ausleiten

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Auricolotherapie

Leber Qi Stagnation mit Blutstase
Starke Schmerzen und Spannungen im Unterbauch, im seitlichen Bauchbereich, sowie der Brust, die Schmerzen können bereits vor der Menstruation auftreten, Schmerz wird eher stechend sein, Reizbarkeit, Brustenge, wechselnde Menge des Blutes, Konsistenz des Blutes ist klumpig, Farbe eher dunkel, die Zunge ist violettrot, Puls ist saitenförmig und eher fein

Mögliche Ursachen:
Stress, Frustration, Unzufriedenheit, Blutstase ist die Folge von langandauernder Stagnation

Behandlungsstrategie:
Qi bewegen, Stase umwandeln, Leber entspannen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibusiton (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Kälte und Nässe läst Blut stagnieren
Abneigung gegen Kälte, starke Regelschmerzen in Bauch und Rücken, oft krampfartig, Besserung durch Wärme, Gliederschmerzen, Menstruation kann verspätet kommen, Menge des Blutes wenig mit dunklen Klumpen, Schwächegefühl, Zunge ist blass, manchmal mit weißem feuchten Belag, der Puls ist fein und tief

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Einnahme von Medikamenten, Klima, Qi- und Yang Mangel

Behandlungsstrategie:
Wärmen, Qi und Blut bewegen, Stagnation umwandeln

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Qi und Blut Mangel
Bei diesem Syndrom ist die Schmerzqualität eher dumpf und/oder ziehend, oft gegen Ende der Menstruation. Die Schmerzen können auch nach oder vor der Regel auftreten. Bei einem Blutmangel kommt die Regel oft zu spät und, wenn das Milz Qi geschwächt ist dann, häufig zu früh. Meist besteht auch Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsmangel, breiiger Stuhl, Schlafstörungen und verschleierte Sicht (Blut Mangel). Das Gesicht und Zunge sind blass, der Puls ist fein und/oder rau.

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Verausgabung, Überanstrengung, Geburt

Behandlungsstrategie:
Milz Qi stärken und Blut tonisieren, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Leber und Nieren Yin Mangel
Hier treten oft dumpfe Schmerzen im Unterbauch und im Rücken auf. Der Zyklus und die Menge des Blutes können variieren, die Farbe ist meist rot und ohne Klumpen. Es können auch Nachtschweiß, unruhiger Schlaf, Schwindel und Hitze an den Hand- und Fußsohlen auftreten. Die Zunge ist meist rot und entweder ohne Belag oder mit belaglosen Stellen. Der Puls ist fein oder rau und oft saitenförmig.

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Überanstrengung, Stress, lang bestehende psychische Probleme

Behandlungsstrategie:
Leber und Nieren Yin nähren und stärken, Schmerzen lindern, Unruhe beseitigen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, sanftes Gua Sha und Schröpfen, Auricolotherapie. Als Eigentherapie wichtig sind eine gesunde Ernährung und der Abbau von Stress.

Prämenstruelles Syndrom


Symptome
Zum PMS gehören alle Beschwerden die einige Tage vor der Menstruation auftreten. Es zeigt sich oft ein emotionales „Auf und Ab“ wie Reizbarkeit, Ungeduld, Kummer, Niedergeschlagenheit. Weitere Symptome sind Durchfall, Heißhunger, Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten, Ödeme, Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder stärkere Kälteempfindung. 

Oftmals treten diese Symptome durch eine Veränderung des Hormonsystems auf (abfallender oder ansteigender Östrogenspiegel).

Syndrome und Behandlung

Leber Qi-Stagnation
Eines der häufigsten Syndrome bei PMS zeigt sich mit Reizbarkeit, Launenhaftigkeit, Ungeduld, Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust und im Bauch, (wenn die Brust auch anschwillt ist zusätzlich Schleim vorhanden) unregelmäßige Menstruation, Völlegefühl, Blähungen. Der Puls ist saitenförmig, gespannt, die Zungeränder sind gerötet und/oder es zeigt sich die typische „Leberrinne“.

Mögliche Ursachen:
Stress, Frustration, unterdrückte Gefühle, zu wenig Bewegung, einseitige oder falsche Ernährung

Behandlungsstrategie:
Leber Qi bewegen und entspannen, Stagnation lösen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibustion (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Leber und Herz Feuer
Hitzegefühl, Reizbarkeit, Rastlosigkeit, Ungeduld, Unruhe, Schlafstörungen, Spannungsgefühl in der Brust, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel, Tendenz zur Verstopfung, der Harn ist dunkel. Der Puls ist schnell und saitenförmig, die Zunge an der Spitze und an den Rändern gerötet, der Belag ist eher gelblich.

Mögliche Ursachen:
Stress, Überarbeitung, Freude im Übermaß, Alkohol, Verwendung von zu heißen Nahrungsmitteln und zu stark erhitzenden Kochmethoden wie Grillen oder Frittieren

Behandlungsstrategie:  
Hitze ausleiten, Leber und Herz beruhigen, Schmerz stillen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Auricolotherapie

Milz- und Nieren Yang Mangel
Kälteempfindlich, Antriebslos, Müdigkeit, man kommt schwer in die Gänge, Niedergeschlagenheit, Wasseransammlungen an den Beinen, Tendenz zu Durchfall während und nach der Menstruation, wenig Appetit, Schmerzen und Kältegefühl im unteren Rücken, dumpfe Bauchschmerzen zu Beginn der Menstruation. Die Zunge weißt Zahnabdrücke seitlich auf und ist blass und etwas feucht. Der Puls ist schwächlich und tief.

Mögliche Ursachen:
Qi Mangel, falsche Ernährung (wie z.B. zu viel Rohkost und Milchprodukte)

Behandlungsstrategie: 
Die Mitte stärken, Milz und Nieren wärmen, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Amenorrhoe


Symptome
Wenn die Regelblutung 2 bis 3 Monate nicht auftritt oder die Frau über dem 18 Lebenjahr ist und keine Blutung kommt, so kann mann von einer Amenorrhoe ausgehen. Wenn die Menstruation sehr kurz und mit wenig Blut ist, dann kann dies oft schon als Vorstufe einer beginnenden Amenorrhoe angesehen werden und dementsprechend therapiert werden.
Die Ursachen können äußere Faktoren wie Kälte oder Nässe sein oder auch Überanstrengung, Frustration, psychische Probleme, Unterernährung, sowie zu viel kalte und rohe Speisen. Wenn die Blutung aufrund eines pathogenen Faktors (z.b. Wind-Kälte oder Wind-Nässe) ausbleibt, sollte dieser über das 6 Schichten Modell behandelt werden.

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Blutmangel > Blut tonisieren
  • Qi Stagnation > Stagnation auflösen
  • Milz und Nieren Yang Mangel > Milz und Nieren wärmen
  • Leber- und Nierenschwäche > Leber und Nieren stärken
  • Äußere Wind-Kälte oder Wind-Nässe > PF entfernen, Qi und Blut wärmen

Tipp:  Tee der die Monatsblutung reguliert *
9g chinesische Angelika-Wurzel (Dang Gui)
6g chinesischer Liebstöckel (Chuan Xiong)
6g Herzspannkraut (Yi Mu Cao)

Den Tee mit heißem Wasser übergießen und kurz köcheln lassen. Er fördert die Blutbildung, regt die Zirkulation an und wirkt schmerzstillend.

*aus dem Buch Gertrude Kubiena – die Kraft Chinesischer Hausmittel

Syndrome und Behandlung

Blut Mangel
Die Blutungen werden von Monat zu Monat immer weniger, bis Sie schließlich komplett aufhören. Es kann Schwindel auftreten, verschleierte Sicht, Schwächegefühl, Schlafstörungen, das Gesicht und Zunge sind blass, der Puls ist fein und/oder rau.

Mögliche Ursachen:
einseitige oder falsche Ernährung, Verausgabung, Überanstrengung

Behandlungsstrategie: 
Blut und Qi tonisieren
(Hier ist es wichtig, mit Ernährung und Kräutertherapie zu arbeiten)

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, leichtes Schröpfen

Qi Stagnation mit Blutstase
Die Menstruation hört plötzlich auf, es können sich Reizbarkeit, Launenhaftigkeit, Ungeduld, Spannungsgefühl im Bauch, Völlegefühl und Niedergeschlagenheit zeigen. Die Zungenränder können gerötet oder aufgerollt sein und bei Blutstase kann die Zunge bläuliche Flecken aufweisen, der Puls ist saitenförmig.

Mögliche Ursachen:
Stress, Überforderung, unterdrückte Wut

Behandlungsstrategie:
Qi bewegen und Stase umwandeln, Schmerzen lindern

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, Schröpfen, Gua Sha, Moxibustion (wenn keine Hitzezeichen vorhanden sind), Auricolotherapie

Milz und Nieren Yang Mangel
Ausbleiben der Menstruation, mit einhergender Müdigkeit, Schwindel, Tendenz zu Durchfall, Rückenschmerzen, Kältegefühl, Schweregefühl in den Beinen. Die Zunge ist blass und geschwollen, der Puls tief-schwächlich.

Mögliche Ursachen:
Qi Mangel, falsche Ernährung (wie z.B. zu viel Rohkost und Milchprodukte)

Behandlungsstrategie:
Mitte stärken, Milz und Nieren wärmen

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, sanftes Schröpfen, Moxibustion, Auricolotherapie

Leber und Nieren Yin Mangel
Ausbleiben der Regelblutung, begleitet oft mit Schwindel, Tinnitus, verschwommener Sicht, Rückenschmerzen, trockene Augen, Schlafstörungen, Nachtschweiß. Die Zunge ist ohne Belag und gerötet, der Puls ist oberflächlich und leer.

Mögliche Ursachen:
Überanstrengung, Stress, viele Geburten

Behandlungsstrategie:
Leber und Nieren Yin nähren und stärken

Mögliche Behandlungsmethoden:
Tuina Massage, Akupressur, sanftes Schröpfen und Gua Sha, Auricolotherapie.
Als Eigentherapie wichtig sind eine gesunde Ernährung und der Abbau von Stress.

Ernährungstipps zu den Syndromen

Einführung:

In China lehrt man schon den Kindern wie die Lebensmittel auf uns wirken, welche Thermik oder welchem Element diese zugehören. Somit wachsen sie mit einem Wissen heran, wie sie sich der Jahreszeit entsprechend ernähren und welche Lebensmittel sie bei bestimmten Beschwerden bevorzugt einnehmen sollen. Das Prinzip der TCM beruht auch hier auf Vorbeugung und Prävention. Bei der Ernährungslehre werden wieder die Theorie von Yin und Yang, sowie die Lehre der 5 Elemente angewendet. So sollen die Lebensmittel bei einem Yin Mangel kühlen, befeuchten, die Säfte aufbauen und bei einem Yang Mangel wärmen und stärken. Die Lebensmittel werden somit in ihrer Thermik klassifiziert, hier einige Beispiele:

Kalte Nahrungsmittel: Tomate, Gurke, Salate, Bambussprosse, Algen, Wassermelone, Banane, Kiwi, Ananas, Zitrone, Joghurt, Mineralwasser, eisgekühlte Getränke. Kalte Nahrungsmittel werden verwendet, um Hitze zu kühlen. Aufpassen sollte man aber, bei dem Verzehr von übermäßg kalten  Lebensmitteln (auch zu viel Rohkost und Salate) kühlen unseren Körper zu stark ab und verursachen einen Yang Mangel. Kältezustände im Körper können sich in Erkältungsanfälligkeit, Verdauungsbeschwerden oder ständigem Frieren zeigen. Deshalb sollten diese Lebensmittel meist in kleineren Mengen verwendet werden.  

Erfrischende Nahrungsmittel: Couscous, Gerste, Roggen, Bulgur, Weizen, Schwein, Ente, Artischocke, Brokkoli, Spinat, Zuchini, Melanzani, rote Rübe, Avocado, Paprika, Radieschen, Mungobohne, Sojabohne, Heidelbeere, Johannisbeere, Erdbeere, Birne, Apfel, Leinöl, Olivenöl. Diese Lebensmittel benötigen wir, um Blut und Körpersäfte aufzubauen. Sie bieten auch einen guten Ausgleich zu warmen und heißen Nahrungsmittel. In der kälteren Jahreszeit ist es gut, diese Produkte, wie bei den kalten Nahrungsmittel, eher in kleineren Mengen oder in gekochter Form zu verspeisen. So werden die Gerichte bekömmlicher und sind gut für unsere Mitte.

Neutrale Nahrungsmittel: Dinkel, Reis, Hirse, Quinoa, Mais, Rind, Erbsen, Bohnen, Karotte, Kürbis, Kartoffel, Süßkartoffel, Linsen, Kohlrabi, Sellerie, Rettich, Brombeere, Himbeere, Weintraube, Dattel, Mandel, Haselnuss, Sesam. Diese Lebensmittel sollten den größten Teil der Nahrung ausmachen, denn sie bauen Qi auf und wirken insgesamt harmonisierend und nährend.

Warme Nahrungsmittel: Grünkern, Hafer, Huhn, Reh, Hirsch, Lauch, Zwiebel, Fenchel, Rosenkohl, Pastinake, Petersilienwurzel, Maroni, Granatapfel, Marille, Pfirsich, Vanille, Zimt, Nelke, Kardamon, Petersilie, Basilikum, Dill, Majoran, Rosmarin, Oregano, Wacholderbeere. Stärken unser Yang, liefern Energie und regen unsere Verdauungskraft an. Sie sollten in einer guten Kombination mit neutralen und erfrischenden Nahrungsmitteln vorkommen. Wichtig bei einem Yang Mangel ist die Verwendung von wärmenden Gewürzen.

Heisse Nahrungsmittel: Lamm, Ziege, Alkohol, Glühwein, Sternanis, Chili, Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Curry, Fenchelsamen, Senf. Diese Produkte sollten, wie die kalten Nahrungsmittel, nur in kleineren Mengen gegessen werden, um eine Yang Fülle zu vermeiden.

Um auch in der kalten Jahreszeit erfrischende Nahrungsmittel verweden zu können, ist es ratsam  yangisierende Kochmethoden anzuwenden. Diese sind zum Beispiel langes Kochen, kurzes-scharfes Anbraten oder Backen im Ofen. Im Gegenteil dazu können Sie blanchieren, dämpfen und Kochen mit viel Saft, um Ihre Speise zu yinisieren. Um Yin und Yang gleich zu stärken, bietet es sich an, ein Gericht mit lang gekochten Speisen mit kurz gekochten Zutaten zu ergänzen. Oder Sie ergänzen Ihre Speisen mit Salten und Sprossen.

Die 5 Elemente setzen sich aus Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zusammen. Zu der bereits bestehenden Klassifizierung in der Thermik, werden die Lebensmittel auch noch nach ihrem Charakter und Geschmack einem Element zugeordnet. Jeder Geschmack wirkt anders auf unseren Körper und so können genaue Aussagen gemacht werden, welche Nahrungsmittel bei welchem Syndrom eingesetzt werden können und welche eher vermieden werden sollen.

Saurer Geschmack: Element Holz – Organpaar Leber/Galleblase.
Wirkung: bewahrt unsere Körpersäfte, zieht zusammen und leitet nach unten. Die meisten sauren Nahrungsmittel haben eine erfrischende und kühlende Wirkung wie zum Beispiel viele Früchte, Tomaten oder Joghurt. In kleiner Menge regt der saure Geschmack die Leber an. Zu viel davon stört unseren freien Qi-Fluss. Bei Trockenheitssyndromen können Nahrungsmittel wie Zitronen angwendet werden, da sie die Körperflüssigkeiten bewahren.

Bitterer Geschmack: Element Feuer – Organpaar Herz/Dünndarm.
Wirkung: trocknet, mild ausleitend, entgiftend, in geriner Menge fördert er die Verdauung. Im positiven Sinne austrocknend wirken Kräuter wie Thymian und Oregano, da sie Wasseransammlungen entgegen wirken. Kaffee und Schwarztee wirkt sich in größerer Menge eher negativ aus. In übermäßiger Anwendung führt dies eher zu trockener Haut und Unruhe, da die Körperflüssigkeiten geschädigt werden.

Süßer Geschmack: Element Erde – Organpaar Milz/Magen.
Wirkung: baut unser Qi auf, nährt unsere Mitte, befeuchtet und harmonisiert. Süß ist der wichtigste Geschmack bei einem Gericht, hierzu zählen auch neutral schmeckende Mahlzeiten. Zum süßen Geschmack werden grundsätzlich alle Getreidesorten, Hülsenfrücht, viele Gemüse- und Fleischsorten gezählt. Aufpassen sollte man nur bei süß-befeuchtenden Nahrungsmittel wie Banane, Zucker und Milchprodukte, denn diese können im Übermaß genossen zu Feuchtigkeits- und Schleimsyndromen führen.

Scharfer Geschmack: Element Metall – Organpaar Lunge/Dickdarm.
Wirkung: zerstreuend, bewegt Qi, leitet nach oben und außen. Scharfe Nahrungsmittel wie Chili, Pfeffer und Ingwer werden oft bei Kältezuständen verwendet, da sie meist wärmen. So macht man sich die zerstreuende, immunstimmulierende Wirkung vom scharfen Geschmack bei Erkältungskrankheiten im Anfagnsstadium zu Nutze. Wichtig ist, wieder auf ein gutes Gleichgewicht zu achten, denn zu viele scharfe Nahrungsmittel erzeugen Hitze, sowie Trockenheit im Körper und können auch den Blutdruck anheben.

Salziger Geschmack: Element Wasser – Organpaar Niere/Blase.
Wirkung: leitet in die Tiefe,  aufweichend, löst Stagnationen. Salz oder Nahrungsmittel wie Algen, Meeresfrüchte, Bohnen, Miso oder auch Sojasoße haben einen engen Bezug zu der Niere. Der salzige Geschmack löst Stauungen und Schleimansammlungen auf, wie zum Beispiel bei Schwellungen, Zysten oder Knoten. Mineralwasser gehört auch zum Wasserelement und regt die Harnausscheidung an, befeuchtet und kühlt ab. Bei Kältesyndromen sollte man dann bevorzugt eher heißes Wasser trinken. Gekochtes Wasser wirkt sich besser auf unsere Verdauungskraft aus und stützt unsere Mitte. Da Salz bei uns meist übermäßig verwendet wird, sollte man es eher sparsam beim Kochen einsetzten.

Syndrome

Leber Qi Stagnation und  Blut Stase
Die Lebensmittel sollen das Qi bewegen und verteilen, damit es wieder frei fließen kann.
Das Temperaturverhalten soll neutral bis warm sein und der Geschmack süß und etwas scharf.
Bei einer Blut Stase darf es auch etwas salzig sein um diese aufzuweichen. Von den Kochmethoden eignen sich gut dünsten, garen, blanchieren oder kochen. 

Reis, Dinkel, Hirse, Quinoa, Grünkern, Fenchel, Rind, Pute, geräucherter Fisch, Forelle, Karpfen, Lauch, Zwiebel, Knoblauch, Karotte, Süßkartoffel, Kürbis, Radieschen, Rettich, Kichererbsen, Linsen, Adukibohnen, Kohlrabi, Sellerie, Stangensellerie, Sauerampfer, Artischocke, gekeimte Sprösslinge, Aprikose, Himmbeere, Pfirsich, Zwetschke, Petersilie, Rosmarin, Dill, Kurkuma, Basilikum, Schafgarbe, Liebstöckel, Oregano, Brennessel, Schnittlauch, Traubensaft, Chrisanthemen-Rosenblütentee (zwischen der Menstruation – bewegt das Qi), Frauenmanteltee, Pfefferminztee.

Tipp: 10 – 15g Fenchelsamen in 50-100g Reis kochen und während der Menstruation 1 bis 2 mal täglich essen. Wärmt den Bauch und bewegt das Qi. *
*aus dem Buch Gunter Neeb– Gynäkologie und Frauenheilkunde

Leber und Herz Feuer (Bluthitze)
Bei diesem Syndrom benötigen Sie neutrale bis erfrischende/leicht kühlende Nahrungsmittel. Wichtig ist auch, die Mitte (Milz und Magen) zu stärken. Deshalb sollten die Gerichte, wie immer, vorwiegend gekocht sein. Inn kleinen Mengen können auch Rohkost, Salat, rohes Obst und Milchprodukte gegessen werden. Als Kochmethoden eignen sich gut Kochen mit viel Saft, Dünsten und Blanchieren.  Zubereitungsverfahren wie Grillen oder Frittieren sollten eher vermieden werden, da sie noch mehr Hitze erzeugen.

Gerste, Reis, Dinkel, Roggen, Amaranth, Couscous, Polenta, Ente, Rind, Chinakohl,  Radicchio, rote Beete, Kürbis, Kartoffel, Karotte, Sellerie, Stangensellerie, Tomate, Paprika, Zucchini, Melanzani, Pilze, Mangold, Spinat, Linsen, Kicherebsen, Bohnen, Avocado, Löwenzahn, Minze, Kapuzinerkresse, Estragon, Sprossen, Rucola, Cashewkerne, Apfel, Birne, Dattel, Heidelbeere, Weintraube, Apfelsaft, Birnensaft, Hibiskustee, Hopfentee, Melissentee, Chrysanthemenblütentee, Verbenentee, Früchtetee.

Yang Mangel sowie Kälte/Nässe
Die Lebensmittel sollen uns von innen wärmen und neue Kraft verleihen. Am besten essen Sie so oft wie möglich warm und meiden zu kalte Nahrungsmittel und Getränke. Die Kochmethoden können sein Backen, langes Kochen, scharfes Anbraten, Kochen mit erwärmenden Gewürzen. Umso länger ein Gericht gekocht wird umso mehr Yang bekommt es. Mann kann auch kleine Mengen an Alkohol zum Kochen beigeben. Um eine energetisch ausgeglichene Speise zu erhalten, kann man gegen Ende der Kochzeit erfrischendes Gemüse hinzufügen.

Dinkel, Hafer, Buchweizen, Hirse, Süßreis, Fenchel, Lauch, Frühlingszwiebel, Karotte, Kürbis, Wurzelgemüse, Rotkohl, Weißkohl, Kartoffeln, Süßkartoffel, Knoblauch, Huhn, Pute, Wild, Ziege, Lamm,  frische und getrocknete Kräuter wie Petersilie, Liebstöckel, Dill, Majoran, Rosmarin, Thymian, Koriander, Fenchelsamen, Wachholderbeere, Muskat, Pfeffer, Chilli, Kardamon, Zimt, Vanille, Gewürznelke, Kümmel, Ingwer, Ginseng, Walnüsse, Haselnüsse, Maroni, Pfirsich, Pflaume, Kirsche, Obst am besten als Kompott zubereiten, heißes Wasser, Roter Traubensaft, Tee aus Beifuss, Fenchel, Rosmarin, Ingwertee, Rooibos Tee, Süßholzwurzeltee.  

Milz Qi Mangel
Es werden Lebensmittel verwendet, die besonders unsere Mitte stärken und nähren. Um das Qi von Milz und Magen aufzubauen, sollten gekochte und leicht verdauliche Speisen bevorzugt werden. Besonders zu empfehlen ist ein warmes Frühstück, wie z.b. ein Getreidebrei mit gekochtem Obst und Nüssen. Die Thermik sollte neutral und warm sein, sowie von mild-süßem Geschmack. Auch kleine Mengen an scharf-warmen und scharf-heißen Nahrungsmitteln können konsumiert werden. Kochmethoden können sein Dünsten, Blanchieren, Kochen und Backen im Ofen.

Hirse, Reis, Süßreis, Polenta, Hafer, Dinkel, Karotte, Kürbis, Süßkartoffel, Kartoffel, Yamswurzel, Fenchel, Champignon, Frühlingszwiebel, Lauch, rote Rüben, Pastinake, Bohnen, Linsen, Kicherebsen, schwarze Bohen, Erbse, Weißkohl, Rotkohl, Rind, Huhn, Reh, Hirsch, Schaf/Ziege, Ente, Gans, geräucherter Fisch, Petersilie, Basilikum, Rosmarin, Thymian, Bockshornkleesamen, Kümmel, Muskat, Fenchelsamen, Koriander, Pfeffer, Kardamon, Nelke, Vanille, Zimt, Anis, Kuzu, in kleinen Menge Nüsse oder Kerne wie Mandel, Haselnuss oder Erdnuss, süße Äpfel, Pfirsich, Feigen, Weintrauben, Kirschen, heißes Wasser, roter Traubensaft, Apfelsaft,  Fencheltee, milde Früchtetees, Süßholzwurzeltee.

Blut Mangel
Beim Blutmangel können und sollen alle Nahrungsmittel von „Milz Qi Mangel“ gegessen werden, da die Milz für die Blutbildung aus der Nahrung verantwortlich ist. Die Thermik kann von warm bis erfrischend reichen. Von den Kochmethoden eignen sich am Besten Dünsten, Blanchieren oder saftiges Kochen. Was Sie bei diesem Syndrom meiden sollten, sind zu scharfe Speisen, wie Gegrilltes oder Frittiertes, Fertigprodukte, sowie Kaffee und Alkohol. Zusätzlich können Sie noch verstärkt folgende Lebensmittel zu sich nehmen.

Mangold, Spinat, Brokkoli, Spargel, Sprossen, rote Rüben, Hühnerleber, weißer Fisch, Eigelb, Gojibeeren, chinesiche rote Datteln, Nüsse, Trockenfrüchte, Brunnenkresse, Pfeilwurzelstärke und Pfeilwurzelmehl, Sesam und schwarzer Sesam, Himbeeren, Heidelbeeren, süße Kirschen, div. andere rote Beeren, roter Traubensaft, Heidelbeersaft, Sanddornsaft, Granatapfelsaft.

Yin Mangel
Bei einem Yin Mangel benötigt der Körper neutrale und erfrischende Nahrungsmittel, um Blut und Yin wieder aufzubauen. Wichtig ist auch wieder die Mitte zu stärken (Milz-Qi), mit leicht verdaulichen Speisen, regelmäßige und nicht zu üppige Mahlzeiten. Vermeiden sollten Sie: Kaffee, Alkohol, Nikotin, zu scharfe Speisen, Gegrilltes und Frittiertes, zu trockene Nahrung wie Brot und Fertigprodukte. Die Kochmethoden sollten yinisierend sein, wie zum Beispiel saftiges Kochen, kurzes Dünsten und Blanchieren.

Hirse, Reis, Polenta, Gerste, Dinkel, Couscous, Zuchini, Melanzani, Champignons, Mangold, Spinat, Brokkoli, Sprossen, Stangensellerie, rote Beete, Chinakohl, Weißkohl, Rotkohl, Yamsknolle, Schwarzwurzel, Wirsing, Kürbis, Kartoffel, Karotten, Kohlrabi, Linsen, Kicherebsen, schwarze Bohnen, Ente, Rind, Huhn, Kaninchen, Innerein, Süßwasser- und Meeresfische, Petersilie, Dill, Basilikum, Kresse, Minze, Apfel, Birne, Marille, Pfirsich, Feigen, Weintrauben, Dattel, Gojibeeren, chinesische rote Datteln, Trockenfrüchte, Ei, Milch, Sahne, Honig, brauner Zucker, schwarzer Sesam, Leinsamen, Cashewnüsse , Pfeilwurzelstärke und Pfeilwurzelmehl, Leinöl, Hanföl, Olivenöl, Mandelmilch,  Traubensaft, Apfelsaft, Melissentee, Früchtetee, Gerstenwasser.

Literaturverzeichnis

Gynäkologie und Frauenheilkunde – Gunter Neeb
Diagnose in der Chinesischen Medizin – Giovanni Maciocia Syndrome in der Traditionellen Chinesischen Medizin – Gertrude Kubiena
Die erfolgreiche Punkt Kombination – Geng Junying, Huang Wenquan und Sun Yongping
Die Chinesische Hausapotheke – Georg Weidinger
Praxis Akupressur – Christina Mildt
Akupunktur pocket – K. Kiesewalter, B. Kiesewalter
Frauen aus Sicht der TCM – Petra Faustka
TCM Intensiv – Petra Faustka
Die neue 5 Elemente Küche – Dr. Claudia Nichterl
Das 5 Elemente Kochbuch – Barbara Temelie, Beatrice Trebuth
Gesünder leben mit den 5 Elementen – Bent Jacoby

Viele kennen es – alle Jahre, zu Beginn des Frühlings, meldet sich die lästige Allergie wieder. Kaum ist der Winter vorbei und die ersten Gräser und Sträucher beginnen zu blühen, haben viele mit Juckreiz, einer rinnenden Nase, starkem Niesreiz, Schleimhautschwellungen oder auch Atemnot zu kämpfen.

Ursache ist laut der Westlichen Medizin eine übermäßige Reaktion unseres Immunsystems auf ein bestimmtes Allergen. Die Traditionelle Chinesische Medizin sieht die Wurzel der Ursache in einer Schwäche unseres Qi (Energie), und zwar vor allem aus den Organen von Niere, Lunge und Milz. Dieser Mangel kann zum einen durch eine geschwächte vererbte Konstitution herrühren und/oder durch eine schlechte Lebensführung (wie ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen, Stress, etc.).


Doch was tun, wenn man nicht zu Medikamenten greifen möchte?


Aus Sicht der TCM: Um die Energie aus der Niere zu unterstützen ist eine gute Ernährung wichtig. Unsere Milz produziert aus der Nahrung wertvolle Energie, das sogenannte Nachgeburtliche-Qi, welche dann zur Unterstützung des Vorgeburtlichen-Qi (aus der Niere) dient. Die Lunge führt unser Abwehr-Qi welches unter der Haut zirkuliert. Das Abwehr-Qi wärmt unsere Körperoberfläche, schließt und öffnet unsere Poren und schützt nachts die inneren Organe. Ist diese Energie geschwächt, können äußere Faktoren leichter in unser Inneres eindringen, hier spielt der Faktor „Wind“ eine wesentliche Rolle.

Eine Stärke der Chinesischen Medizin ist die Prävention – also je früher damit begonnen wird den Körper zu stärken, desto besser. Aber auch in der Akut-Phase können verschiedene Techniken angewendet werden, um den Körper zu entlasten.

Mit Tuina kann unterstützend gearbeitet werden, um das Qi im Körper zu harmonisieren und in Fluss zu bringen. Gua Sha und Schröpfen, befreien die Oberfläche und leiten eingedrungene pathogene Faktoren wieder aus. Die Durchblutung wird in allen Ebenen gefördert und Giftstoffe können besser abtransportiert werden. Mit Moxa wird Energie zugeführt – es wirkt stärkend und wärmend und hilft bei Müdigkeit und Erschöpfung.

Bei schweren Allergiesymptomen ist es allerdings ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um zusätzlich mit Akupunktur und Kräutertherapie zu arbeiten

Allgemeine Tipps für ein gutes Wei-Qi:

1

Wärme und nähre deine Nieren Energie und deine Mitte (Milz & Magen)

  • Iss so oft wie möglich gekochte Gerichte
  • Kraftsuppen
  • Achte auf darauf, dass Füße, Bauch und Rücken warm sind (warme Fußbäder und Wärmekissen sind gute Helfer)
  • Ausreichend Schlaf und Erholung sind wichtig
2

Stärke deine Lungen Energie

  • Atemübungen & Qi Gong
  • Die Haut wird von der Lunge kontrolliert, deshalb sind Körperkontakt und Körperpflege auch für die Lunge wohltuend - Massagen, Hautpflege mit guten Ölen, kuscheln, Tiere streicheln
3

Leber und Gallenblasen Qi bewegen, damit es keine Stauungen gibt

  • Ausreichend Bewegung und Dehnübungen sind wichtig um die Meridiane gut zu durchfluten
  • Kreative Tätigkeiten wo du in einen Flow-Zustand kommst, fördern einen guten Qi-Fluss
4

Darm entlasten – damit sich keine Schlacken ansammeln (Feuchtigkeit)

  • In Ruhe Essen und gut kauen
  • Trinke viel heißes Wasser
  • Abgekochtes Wasser wirkt leicht entgiftend und ist anregend für den Stoffwechsel
  • Vermeide Weizen, Milchprodukte, Zucker, Mineral, Tiefkühlkost, Zitrusfrüchte, Rohkost & häufige Brotmahlzeiten
Mit diesen natürlichen Hilfsmitteln steht einem schönen Frühlingsbeginn also nichts mehr im Wege! 😊

Buchtipps:

Mit diesen natürlichen Hilfsmitteln steht einem schönen Frühlingsbeginn also nichts mehr im Wege! 😊

Johannes Bernot, Andrea Hellwig, Claudia Nichterl, Christiane Tetling

Im Winter war alles sehr gemütlich, wir haben viel gegessen und haben uns auch meistens nicht so viel bewegt wie in den warmen Monaten des Jahres. Unsere westlichen Ernährungsgewohnheiten, zu viel – zu fett – zu kalt – zu süß, lassen unsere Verdauung ermüden. Bestimmte Nahrungsmittel wie Milchprodukte, viele Brotmahlzeiten, Schweinefleisch, Weizen, weißer Zucker, Tiefkühlkost, sowie zu viel Rohkost, wirken auf unseren Körper verschleimend und befeuchtend. Das schwächt unsere Mitte, der Nahrungsbrei bleibt länger liegen und dadurch kommt es wiederum zu Gärungsprozessen. Diese „Feuchtigkeit“ im Körper merken wir in Form von Müdigkeit, einer schwachen/trägen Verdauung, Fettablagerungen, Energiemangel, Antriebslosigkeit, schwaches Immunsystem, Gelenkbeschwerden, Cellulite, Wasseransammlungen,…

Frühjahrsmüdigkeit, adé!

Um uns im Frühling wieder fit und vital zu fühlen, ist es wichtig das unser Qi (Lebensenergie) frei fließen kann. Wir können unseren Körper dabei unterstützen und ihn entlasten, indem wir öfters im Jahr sanft entgiften. So werden wir die alten Ablagerungen und den Ballast los und entlasten unsere Entgiftungsorgane (Leber, Niere). Diese gewonnene Energie steht unserem Körper nun zur Verfügung und kommt unserem allgemeinen Wohlbefinden und Immunsystem zugute.

Entgiftung – TCM

Aus Sicht der TCM empfiehlt es sich öfters im Jahr Getreidekuren (mit Reis, Grünkern, Hafer, Hirse, etc.) zu machen. Das heißt, man isst dann mehrere Tage z.B. nur gekochten Reis. Je nach Getreidesorte variiert die Wirkungsweise. Auch Gemüsesuppen eignen sich gut um den Stoffwechsel und unser Verdauungsfeuer anzukurbeln. Sie wirken basisch und entlasten den Körper. Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Ruhephasen und etwas Abstand vom Alltag, tun uns in dieser Zeit gut. Die Chinesische Medizin empfiehlt deshalb, diese Entgiftungstage eher am Wochenende oder in Zeiten von weniger Stress einzuplanen.

Auch körperliche Therapiemethoden wie Schröpfmassage, Schröpfen und Gua Sha regen unseren Stoffwechsel an und Giftstoffe können besser abgeleitet werden.

Entgiftung – TEM

Um die Sicht der Naturmedizin zum Thema Entgiftung noch etwas abzurunden, habe ich Dr. Gerhard Kögler befragt. Er leitet die Ordination Lifeagents in Wien, wo verschiedenste Therapien, sowohl TCM als auch TEM, angewendet werden. Seit drei Jahren bin auch ich Teil dieser lieben Ordination. Unsere Patienten und auch unser Team profitiert von seiner reichen Erfahrung. Deshalb möchte ich auch euch, ein bisschen daran teilhaben lassen.

Die Entgiftung ist mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil der Therapie in seiner Ordination geworden. Die wichtigsten Fragen und Infos haben wir hier zusammengefasst.

Warum ist regelmäßige Entgiftung denn überhaupt wichtig?

Dr. Gerhard Kögler: Die Frage wäre zuerst, warum ist Entgiftung überhaupt sinnvoll und in weiterer Folge, warum regelmäßig. Früher gab es auf der Erde nur natürliche Vorkommen an gewissen Metalle und Strahlungen, doch wir waren perfekt daran angepasst. Erst als die Menschen begannen Bergwerke zu bauen um Metalle und Erze abzubauen und weiters die chemische Industrie entstand, sind wir zunehmend diesen Toxinen ausgesetzt. Leider verschwinden die alten Toxine nicht, sondern haben teilweise eine Halbwertzeit von Dekaden bis Jahrhunderten. Das bedeutet, dass sich die alten und neuen Toxine summieren.

Früher bestanden die Toxine für die Menschen mehr aus schlecht verdaulichen Lebensmitteln und Rückständen von Infektionskrankheiten. Das hat sich nun verschoben, hin zu den “künstlichen” Toxinen. Diese befinden sich nun unterschiedlich lange im Körper, wir sprechen von Stunden bis vielen Jahren. Sie setzen sich im Gewebe fest, zum Teil in den Zellen, zum Teil im Interzellularraum. Dort führen sie zu chronischen Entzündungen, genannt Silent Inflammation. Diese wiederum sind einer der Faktoren für die meisten Zivilisationserkrankungen, wie Diabetes, Karzinome, Depression, ALS, Schilddrüsenerkrankungen,….. Zusätzlich sind sie Wegbereiter für bakterielle und virale Erkrankungen, beziehungsweise für Parasiten. Ein weiteres Faktum sind chronische Darmentzündungen auf Grund von Toxinbelastungen. Diese führen nicht nur zu einer Veränderung des Mikrobioms (alle Bakterien in unserem Darm), sondern auch zum bekannten Leaky Gut Syndrom. Hier verschlechtern sich die Schleusenfunktion des Dünndarms für kleinste Nahrungsbestandteile ins Blut. Dadurch kommt es unter anderem zu einer chronischen Überforderung der Leber, die dann die erste Anlaufstelle nach der Nahrungsaufnahme als Entgiftungsorgan ist. Das wiederum hat weitreichende Folgen für unseren gesamten Organismus. Eine veränderte Darmflora alleine hat bereits starke Auswirkungen auf unser soziales Verhalten und unsere Stresstoleranz.

Das bedeutet, dass Entgiftung automatisch Bestandteil jeder Behandlung sein sollte, beziehungsweise sie wichtig als vorbeugende Maßnahme ist. Warum nun eine regelmäßige Entgiftung? Nachdem wir jeden Tag sowohl über die Nahrung, als auch über die Luft Toxine zu uns nehmen, wie z.B. Schwermetalle, Herbizide und Pestizide, sollten wir auch täglich entgiften. Das sollte parallel zu einer Reduktion der Toxine in unserem Leben passieren, wie z.B. biologisches Essen, Zahnpaste, Waschmittel, Duschgels,….

Welche Wirkung kann man dabei im Körper beobachten?

Dr. Gerhard Kögler: Die zu beobachtende Wirkung liegt in einem besseren Immunsystem. Ein besseres Immunsystem vermittelt uns unbewusst ein Stärkegefühl, das wir sofort spüren können. Des Weiteren ist ein Körper mit weniger Toxinen sensibler und wir können dadurch mehr von unserer Umwelt erfahren. Außerdem sinkt unser Stresslevel, weil der Körper weniger Stress mit den Toxinen hat.

Wie kann ich im Frühling gut und sinnvoll entgiften?

Dr. Gerhard Kögler: Es macht immer Sinn, mit der Natur mitzugehen. So wie wir es automatisch mit der Nahrung machen, essen wir im Herbst und Winter eher unser Wurzelgemüse und im Frühjahr, bzw. Sommer die Frischpflanzen. Das gilt auch für die Entgiftung. Im Frühjahr bieten sich die jungen Triebe an, um daraus Tee herzustellen. Die frisch verarbeiteten Pflanzen haben dabei den stärksten Effekt. Wir sprechen im Frühjahr auch mehr von einer Ausleitung, das bedeutet eine sanfte Mobilisierung von Toxinen aus dem Gewebe, kombiniert mit einer stärkeren Bewegung und Ausscheidung von Körpersäften. Diese vermehrte Ausscheidung geht in der Regel über die Niere und daher sollte die Niere parallel gekräftigt werden, z.B. indem man die Teemischung mit der Goldrute bereichert. Gute Pflanzen für Ausleitungen im Frühjahr sind Spitzwegerich, Löwenzahn und Brennnessel. Beim Spitzwegerich kann man auch den braunen Knospenstand knabbern, schmeckt fein und nussig und beim Löwenzahn kann man auch täglich fünf Stengel essen. Löwenzahn wirkt nicht nur entgiftend, sondern unterstützt auch die Leber durch Ableitung von einem Übermaß an Hitze und Trockenheit. Dies ist besonders wegen der oben beschriebenen Belastungen der Leber wichtig. Eine tolle Entgiftungspflanze ist auch das bittere Kreuzblümchen, welches man an bestimmten Plätzen auch in Ostösterreich findet. Ihm wird eine gute Entgiftung von Schwermetallen nachgesagt. Sehr empfehlenswert ist auch der griechische Zistrosentee und zur Ausleitung von Aluminium eine Kombination von Koriandersamen und Ackerschachtelhalm.

Unabhängig von der Jahreszeit, sollte Entgiftung über das ganze Jahr stattfinden. Sowie im Frühjahr die Ausleitung mit jungen Trieben im Vordergrund steht, sind es im Herbst die Wurzeln, in die die Pflanze nun die ganze Kraft steckt. Allgemein haben sich auch die Chlorella Alge und Heilerde gut bewährt und auch Mischtinkturen, die neben Chlorella und Koriander auch Engelwurz, Bärlauch, Mariendistel, Meisterwurz und Wegwarte beinhalten, empfehle ich gerne meinen Patienten. Das wichtigste ist jedoch, dass man diese verschiedenen Pflanzen zur Entgiftung regelmäßig austauscht. So kann man jedes Monat eine andere Form wählen und ist dadurch am effektivsten.

Achtung:
Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass Schwangere, stillende Frauen, Kinder, sowie geschwächte oder kranke Personen, eher aufbauende Ernährung benötigen, bzw. sich von einem Arzt beraten lassen.

In der chinesischen Medizin werden die Yin und Yang Aspekte für die Erklärung von Disharmonien herangezogen. Es wird immer ein Gleichgewicht der beiden Pole angestrebt. Wenn eine Harmonie von Qi, Yin und Yang besteht, dann ist man gesund, fühlt sich wohl und kann in seiner eigenen Mitte ruhen.

Was ist Yin und Yang eigentlich?
Für Yang steht das Feuer und Energie, für Yin das Wasser und Substanz. Unser Körper benötigt genug Substanz damit unser Lebensfeuer leuchten kann. 

  • Yang ist die Wärme, Lebensenergie und Kraft um den Tag aktiv zu gestalten.
  • Ying ist die Materie, die Substanz, Blut und Körpersäfte. Yin ist die Ruhe und sorgt für einen guten Schlaf.

Wenn nun im Yin oder Yang ein Mangel herrscht, schwächt es auf Dauer auch den anderen Pol, da sich Yin und Yang gegenseitig brauchen.

In der TCM werden grundsätzlich 4 Dysbalancen beschrieben:

Yang – Fülle: zu viel Hitze, rotes Gesicht, Fieber, Sonnenstich
Yang – Mangel: zu wenig Wärme, kälteempfindlich, Neigung zu Ödemen, Durchfall
Yin – Fülle: zu viel Kälte, Substanz, extreme Kälteempfindlichkeit, schwere Krankheit
Yin – Mangel: zu wenig Kühlung – Substanz, leichte Hitzewallungen, Schlafstörungen,    trockene Haut/Schleimhaut, Unruhe

In der Praxis ist dann alles noch etwas komplizierter, da Mangel- oder Füllezustände auch einzelnen Organen zugeordnet werden und meist Mischsyndrome auftreten.

Wenn du aber grundsätzlich einmal wissen möchtest, ob du mehr ein Yin oder Yang Typ bist, dann habe ich hier einige Aspekte und Beschreibungen aufgezählt. Im Anschluss findest du dann Tipps zum Ausgleichen. 🙂

Yang Aspekte

  • Hitze
  • Akute Krankheit
  • Rotes Gesicht
  • Laute Stimme
  • Reizbarkeit, Wut, Zorn
  • Trockene Haut/Schleimhaut
  • Trockene u. gerötete Augen
  • Hitzewallungen
  • Verstopfung, harter Stuhl
  • Sodbrennen
  • Starker Durst
  • Zungenfarbe ist rot
  • Urin ist dunkel u. spärlich
  • Nachtschweiß
  • Innerliche Unruhe
  • Schlafstörungen

Yin Aspekte

  • Kälte
  • Chronische Krankheit
  • Blasses Gesicht
  • Leise Stimme
  • Müdigkeit, Lethargie, Lustlosigkeit
  • Neigung zu Ödemen
  • Kalte Extremitäten
  • Kälteempfindlich
  • Durchfall, weicher Stuhl
  • Träge Verdauung
  • Kein Durstgefühl
  • Zungenfarbe ist blass
  • Urin ist hell und reichlich
  • Häufige Verkühlungen
  • Neigung zu Übergewicht
  • Schwache Libido
Wenn du mehr Häkchen hast im Yin – dann neigst du zu Kälte (Yang Mangel) Wenn du mehr Häkchen hast im Yang – dann neigst du zu Hitze (Yang Fülle oder Leere-Hitze = Yin- und Blutmangel)

Allgemeine Ernährungstipps nach TCM

bei zu wenig Wärme (Yang Mangel):
  • 3 warme Mahlzeiten am Tag
  • Thermik der Lebensmittel: neutral und wärmend, wenig erfrischend
  • Karotten, Fenchel, Zwiebel, Lauch, Kartoffeln, Kürbis, Pastinake, Sellerie, Maronie, Walnüsse
  • Hafer, Grünkern, Langkornreis, Buchweizen (das Getreide kann vor dem Kochen angeröstet werden)
  • Kräuter und Gewürze wie Kümmel, Rosmarin, Oregano, Basilikum, Thymian, Anis, Kardamom, Pfeffer, Ingwer, Kurkuma, Koriander, Nelke, Vanille, Zimt
  • Yangisierende Kochmethoden: Gerichte im Backrohr zubereiten, lange kochen, kochen mit kleinen Mengen Alkohol
  • Getränke: Heißes Wasser, Rosmarin-, Basilikum-, Fencheltee, Yogitee
  • Kraftsuppen mit Fleisch
  • Fleisch: Lamm, Wild, Rind
  • wenig Rohkost, Salate, Smoothies
  • meiden von abkühlende Lebensmittel: Tomate, Gurke, Wassermelone, Banane, Zitrusfrüchte, sowie Mineral, Kaffee, Schwarz- und Grüntee, Milchprodukte, Fruchtsäfte, weißer Zucker
  • keine Tiefkühlkost und Mikrowellennahrung
bei zu viel Wärme (Yang Fülle):
  • Rohkost, Salate und Smoothies können öfters gegessen werden
  • Gekochte Speisen sollten trotzdem bevorzugt werden (gut für unsere Mitte)
  • Thermik der Lebensmittel: neutral, erfrischend, wenig kalt
  • Kochmethoden wie dünsten und blanchieren sind gut geeignet
  • Champignon, Spargel, Zucchini, Tomate, Gurke, Spinat, Paprika, Chinakohl, Chicoree, Stangensellerie, Melanzani, bittere Blattsalate
  • Rundkornreis, Hirse, Polenta, Weizen, Roggen, Gerste
  • Kichererbse, Mungobohne, Sojabohne
  • Apfelsaft, Birnensaft, Gurkensaft, Melissentee, Früchtetee, Grüntee
  • Weniger Fleisch und gegrillte Speisen, sowie scharfe Gewürzen
  • Vorsicht bei Alkohol und Nikotin > wirkt erwärmend

bei zu wenig Kühlung (Yin- u. Blutmangel):

  • 3 mal am Tag warm essen (gut für die Mitte)
  • Thermik der Lebensmittel: erfrischend, neutral, etwas wärmend
  • Suppige und saftige Mahlzeiten
  • Yinisierende Kochmethoden: dünsten, blanchieren, kochen mit viel Saft
  • Melanzani, Zucchini, Avocado, Karfiol, Brokkoli, Kartoffel, Champignon, Rote Rüben, Spinat, Mangold, Paprika, Feldsalat, sowie Hülsenfrüchte
  • Reis, Hirse, Polenta, Quinoa
  • Huhn, Ente, Barsch, Karpfen, Tintenfisch, Auster
  • Sesam, schwarzer Sesam, Leinsamen, Mandeln, Gojibeeren, Datteln
  • Alle roten Früchte wie Himbeere, Erdbeere, Brombeere, Granatapfel, Heidelbeere
  • Leinöl, Olivenöl, Hanföl, Kokosfett
  • Kompott/Mus
  • Eier, Butter
  • Sanddornsaft, Granatapfelsaft, Heidelbeersaft, Goijibeerentee, Kokosmilch
  • Reduzieren: Alkohol, Kaffee, Schwarztee, Grüntee, sowie scharfe Gewürze, zu viel gegrilltes und frittiertes
Wenn Aspekte sowohl im Yin und Yang zutreffen, z.B. man kann nicht gut einschlafen, fühlt sich unruhig, hat oft kalte Hände und Füße, ist häufig verkühlt – dann sollte ausgeglichen gegessen werden. Wichtig – die Mitte nähren:
  • so oft wie möglich warm essen
  • regelmäßig und in Ruhe essen
  • nicht zu kalt (Rohkost, Salate, Milchprodukte…)
  • nicht zu heiß und scharf (Gegrilltes, Frittiertes, scharfe Gewürze…
  • nicht zu trocken (Kaffee, Schwarztee, Nikotin…)
  • Thermik der Lebensmittel: neutral, erfrischend, warm, wenig heiß und kalt
  • vermeiden von Tiefkühlkost, Mikrowellennahrung, häufige Brotmahlzeiten
  • frische Küchenkräuter und Gewürze verwenden
  • Reis, Hafer, Gerste, Polenta, Süßreis, Quinoa, Hirse
  • Karotte, Kartoffel, Süßkartoffel, Kürbis, Pastinake und alle Wurzelgemüse, Fenchel, Kohl, Kohlrabi, Hülsenfrüchte
  • Rind, Huhn, Lamm, Thunfisch, Lachs, alle Süßwasserfische
  • Heißes Wasser, Tee aus Rosmarin, Majoran, Bohnenkraut, Kardamom, Süßholzwurzel
  • Nüsse, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, Trockenfrüchte
  • kleine Mengen Umeboshi, Miso, Tamari, unpasteurisierter Essig

Das chinesische Neujahr beginnt immer 2 Neumonde nach der Wintersonnenwende. Aktuell befinden wir uns im Metall-Ratten-Yang-Jahr, das von 25.01.2020 bis 12.02.2021 andauert. Jedes Jahr bringt seine eigenen Energien, Möglichkeiten und auch Herausforderungen mit. Mit der Unterstützung von Dr. Florian Ploberger, habe ich wieder eine kleine Übersicht für das Ratten-Jahr zusammengefasst.

Tierkreiszeichen

Im Chinesischen Kalender gibt es 12 Tierkreiszeichen, welche im Jahresrhythmus wechseln. Eine Legende besagt, dass Buddha einst die Tiere zu einem Wettrennen einlud und in jener Reihenfolge, wie sie eintrafen, wurde der Kalender aufgebaut: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein.

Jedes Jahr wird nach einem Tierkreiszeichen und Element (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) benannt. Diese Kombination wiederholt sich alle 60 Jahre, sodass die Metall-Ratten, welche heuer geboren werden, 2080 wieder „ihr“ Jahr feiern. Die Yin und Yang Energie wechselt jedes Jahr (2019 war das Erde-Schwein-Yin-Jahr).

Yin = Ruhe, Weiblichkeit, Passivität, Schatten, Kälte
Yang = Kraft, Männlichkeit, Aktivität, Sonne, Wärme

Jedem der 12 Tierkreiszeichen werden bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften zugeschrieben. Die Ratte ist neugierig, intelligent, gewinnorientiert, ehrgeizig, gesellig und arbeitet gerne in einem Team. Sie hat viel Humor und Charme und kann schnell Bekanntschaften schließen. Menschen, die im Zeichen der Ratte geboren wurden, sind treu, leidenschaftlich und romantisch, können aber auch eifersüchtig, autoritär und neidisch sein.

Menschen die im Metall-Ratten-Jahr geboren werden, welches alle 60 Jahre vorkommt, sind besonders intellektuell, willensstark, idealistisch, können gut mit Geld umgehen und eignen sich für Führungspositionen. Da sie humorvoll, aufmerksam, vertrauenswürdig und auch abenteuerlich sind, schließen sie schnell Freundschaften und können diese auch gut pflegen. Die Partnerschaft hat für die Metall-Ratte einen hohen Stellenwert und Vertrauen ist hierbei sehr wichtig. Negative Eigenschaften wie Eifersucht und Selbstsucht sollte sie zügeln, um gut im Leben voranzukommen.

Wie wird das Metall-Ratten-Yang Jahr?

Die Ratte wird der Gallenblase und somit dem Holzelement zugeordnet. Nach den 5 Wandlungsphasen, steht das Holz für Neubeginn und Aktivität. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo die Energie etwas träger war, lohnt es sich heuer, mit neuen Projekten durchzustarten und die aufsteigende Kraft zu nutzen. Die Gallenblase ist ein zähes und produktives Organ – wir schaffen es mit ihrer Energie leichter, uns in schwierigen Phasen „durchzubeißen“ und mit Entschlossenheit voranzuschreiten. Die Anstrengung lohnt sich – egal ob beruflich, in der Beziehung oder gesundheitlich.  🙂

Positive Yin Emotion: Geduldig, anpassungsfähig, tolerant, verständnisvoll, gelassen, organisiert
Positive Yang Emotion: Kreativ, intuitiv, phantasievoll, unternehmungslustig

Negative Yin Emotion: Frustriert, depressiv, melancholisch, nostalgisch  
Negative Yang Emotion: Zornig, eifersüchtig, ungeduldig, aggressiv, launisch

Die Metall Energie dieses Jahres repräsentiert den Herbst, das kleine Yin, die sinkende und herabführende Energie. Diese steht gegensätzlich zur aufsteigenden Holz Energie (Frühling), das kleine Yang, der Ratte. In der TCM spricht man von der Kühle des Metalls, das viel mit Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und einer gewissen Strenge verbunden ist.

Diese konträren Energieverhältnisse können uns jedoch dabei unterstützen, eine gute Balance zu finden. Das Holzelement ist sehr kräftig und durch das Yang Jahr wird diese aufsteigende Kraft noch verstärkt. Die verteilende und leicht absinkende Kraft des Metalls ist sehr wichtig, damit uns die Energie nicht zu Kopf steigt.

Wichtig: Aktivität und Bewegung fördern dieses Jahr besonders die Entspannung!

Das Qi von Leber und Galle soll frei fließen können – hierfür ist Bewegung, besonders in der Natur, sehr wichtig. Wenn das Qi stagniert, kommt es zu Wut und Aggression (die Emotionen des Holz Elements). Diese gilt es heuer zu transformieren und sich besonders in Geduld zu üben.

„Die Geduld nicht verlieren, auch wenn es unmöglich scheint, das ist Geduld“
(aus Japan)

Krankheitsbilder

Hier einige Beispiele, mit welchen Krankheitsbildern wir es in diesem Jahr vermehrt zu tun haben können:

Fieberhafte Erkältungskrankheiten, Grippe, Augen- und Ohrenerkrankungen, Schmerzen im Hypochondrium / unter den Rippenbögen, Schlaflosigkeit, Migräne und Kopfschmerzen, Schwindel, Bluthochdruck, Nackenverspannungen, Menstruationsbeschwerden wie PMS oder Dysmenorrhoe, Magenschmerzen, Völlegefühl, Verdauungsblockaden, Schmerzen im Gallenblasenbereich.

Was tut uns in diesem Jahr GUT

Für Galle und Leber ist Bewegung sehr wichtig (so kommen wir heuer besser zur Ruhe), im Team arbeiten, kollegial sein, sich vernetzen und gegenseitig unterstützen, andere wertschätzen – Gutes erkennen und bei sich selbst fördern, sowie alte negative Muster erkennen und loslassen. Tätigkeiten, die uns gut erden und die Energie vom Kopf wieder nach unten bringen: in der Natur sein, sich in Achtsamkeit üben, Yin Yoga, Qi Gong, Tai Chi. Auch in diesem Jahr ist es wichtig, gut auf unsere Mitte (Milz, Magen) zu achten, denn das Element Holz kontrolliert die Erde. Durch die yangige Kraft besteht heuer eher eine Neigung zu Feuchte-Hitze im Körper, welche die Gallenblase gar nicht gerne hat.

Wichtig für unsere Mitte: Warm Essen und Trinken!

Förderliche Lebensmittel: Bitterstoffe! Blattsalate wie Chicorée, Radicchio, Endivie, Rucola – diese können auch gedünstet, gedämpft, blanchiert oder ganz zum Schluss einer Suppe beigefügt werden – dadurch wird das Qi der Mitte nicht verletzt; Löwenzahn, grundsätzlich viel Gemüse – Spinat, Stangensellerie, Artischocke, Kohlrabi, Radieschen, weißer Rettich, Kresse, Kren, rote Rübe, Sprossen; Rollgerste, Roggen, Reis, Buchweizen, helles Fleisch; gute Kräuter sind Chrysanthemenblüte, Pfefferminze, Schafgarbe, Löwenzahn, Lungenkraut, Zinnkraut, Grüntee oder Bittergurkentee (gegen Feuchte-Hitze). Zubereitungsarten: dämpfen, dünsten, blanchieren, kochen. Die Einnahme von Calcium, Magnesium, Vitamin E & B-Komplexen ist heuer förderlich, da sie das Yang senken.

Was tut uns in diesem Jahr NICHT GUT

Bewegungsmangel, einengender Lebensstil, zu wenig Zeit für Hobbys und jene Dinge die einem Freude machen, Stress!, sich zu sehr „verkopfen“, zu scharf-heiße Lebensmittel und Speisen wie Chili, Pfeffer, Tabasco, Muskat – auch Knoblauch erhitzt stark die Gallenblase – Alkohol, Süßes in Kombination mit Alkohol (Feuchte-Hitze), gebratene und frittierte Speisen, etwas Vorsicht mit Zwiebel und Lauch, Milchkaffe und Cappuccino sind heuer auch nicht so günstig (besser schwarzer Kaffee, Espresso), Schlagobers oder Kochen mit Rahm, viel Käse, fettes Fleisch.

Teemischung für das Metall-Ratten-Yang-JahrPfefferminze (Hb. Menthae piperitae) 4,5 g
Schafgabe (Hb. Millefolii) 4,5 g
Frauenmantel (Hb. Alchemillae) 4,5 g
Unreife Mandarinenschalen (Peric. Citri retic. viride) 3 g
Löwenzahn (Hb. et Rdx.Taraxaci) 1,5 g
Eukalyptus (Fol. Eucalypti) 1,5 g
Chrysantheme (Fl. Chrysanthemi) 1,5 g
Angelikawurzel (Rdx. Angelicae archangelicae) 3 g
Rosenblüten (Fl. Rosae) 3 g

Die Mengenangabe ist als Tagesdosis gedacht. Die Kräuter mit ca. ½ Liter kochendem Wasser übergießen, 3 Minuten ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken. Dieser Tee kann das ganze Jahr über mit Pausen getrunken werden.

Ich wünsche dir ein gutes Ratten-Jahr! 🙂

Kuzu ist eine Stärke, welche aus der asiatischen Pfeilwurzel gewonnen wird. Es wird vor allem als feines Bindemittel in der Küche verwendet und findet auch in der TCM seine Anwendung.

Es eignet sich für jegliche Form von Verdauungsbeschwerden, baut die Darmschleimwand wieder auf (z.B. nach einer Antibiotikaeinnahme), bei chronischer Darmschwäche, bei Gastritis, Durchfall, Sodbrennen oder Reflux. Weiters eignet sich Kuzu bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Übersäuerung, Allergie, als Stärkung für das Immunsystem, bei Wechselbeschwerden, zur Stärkung nach der Geburt oder bei Stillproblemen.

Morgens 1 Tl Kuzu auf ¼ Lt kaltes Wasser, verrühren, 1 x aufkochen lassen und lauwarm trinken.

Anwendung als Kur zur Reinigung und Stärkung:

Füge noch 1Msp. Umeboshi Paste hinzu und trinke das Kuzuwasser dann ca. 10 Tage.

Umeboshi wirkt entgiftend und regulierend auf den Magen-Darm, bei Übelkeit, Völlegefühl, fördert die Eiweiß-Verdauung, beschleunigt den Abbau von Alkohol (Kater), entsäuert (wirkt stark basisch!), reinigt das Blut, enthält viele Mineralien, antibakteriell, antioxidativ, bei Müdigkeit und ist auch in der Schwangerschaft geeignet.

Im Winter ist die Phase des „größten Yin“. Die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit. Wir ziehen uns zurück und sammeln die Kräfte für den Frühling. Auch für den Sommer (die große Yang Phase) ist es gut, genügend „Kühlflüssigkeit“ (Yin) zu haben. Wenn wir uns wie die Natur an diese Einflüsse anpassen, können wir daraus viel Kraft schöpfen.

Jetzt im Winter ist deshalb die ideale Zeit, um unser Yin zu nähren!

Was ist Yin und wofür brauchen wir es?

Zum Yin gehören unser Blut, die Körpersäfte und die Essenz. Diese nähren, befeuchten und kühlen den Körper. Diese Funktionen benötigen wir zur Entspannung, Regeneration und für einen erholsamen Schlaf.

Allgemeine Merkmale:
Yin, Ruhe, Dunkelheit, Schatten, Wasser, Kalt, Langsam, Weich, Weiblich, Empfangend.

Der Ursprung des Yin liegt in der Niere (Essenz). Diese Essenz setzt sich aus der vorgeburtlichen Essenz (genetische Information der Eltern) und der nachgeburtlichen Essenz (aus der Nahrung) zusammen. Die Nieren-Essenz hat einen Yin und Yang Anteil. Man sagt, dass aus dem elementaren Yin (Materie) das Yang (aktive Funktionen) entsteht.

Der Spruch: „Das geht mir an die Nieren“ – zeigt, dass unsere wichtige Nierenkraft angegriffen wird. Da die Nierenenergie im Laufe des Lebens immer weniger wird, ist es wichtig, sie zu schützen!

Zeichen einer guten Yin-Wurzel: Tiefer und erholsamer Schlaf, innere Ruhe, Gelassenheit, Geduld, innere Zufriedenheit, ein entspannter und ruhiger Geist. Zeichen einer geschwächten Yin-Wurzel: Innerliche Unruhe und Anspannung, Rastlosigkeit, Schlafstörungen, man ist müde – kann aber nicht abschalten, Hitzewallungen, Nachtschweiß, Trockenheit, Durst, ohne Verlangen zu trinken. Bevor ein richtiger Yin Mangel entsteht, wird das Blut immer zuerst angegriffen. Das Blut wird durch gutes Nahrungs-Qi (von Milz und Magen) erzeugt. Zeichen eines Blutmangels: Müdigkeit, blasse Haut und Lippen, brüchige und rillige Nägel, Schlafstörungen, Schwindel, trockene Haut, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Neigung zu Krämpfen, Taubheitsgefühl der Gliedmaßen, brüchige Haarspitzen.

Yin und Yang als Wurzel beeinflussen sich gegenseitig

Wenn das Yang dominiert, wird irgendwann das Yin geschwächt. Übermäßige Aktivität mit zu wenigen Erholungsphasen steht hier oft im Vordergrund. Es sollte somit immer ausgeglichen sein. Das Yang wird durch Betätigung gestärkt. Bewegung, geistige Aktivitäten und produktives Arbeiten aktivieren das Yang. Dies fällt den meisten Menschen etwas leichter bzw. wird dies durch den Druck unserer leistungsorientierten Gesellschaft gefördert.

Nähre und bewahre dein Yin

seinlassen – auslassen – loslassen – liegenlassen Durch das Lassen fördern wir ganz bewusst das Yin. Nutzen Sie den Winter und konzentrieren Sie sich nur auf das Wesentliche. Zufrieden sein mit dem was man hat, lautet die Devise. Nutzen Sie die Zeit für die Regeneration. 🙂 Besonders wichtig für das Yin ist der Schlaf. Es wird empfohlen, früher ins Bett zu gehen als im Sommer und länger in der Früh liegen zu bleiben. Draußen wird es ja auch schon viel früher dunkel und erst viel später hell. Teilen Sie sich bewusst mehr Zeit für Pausen im Alltag ein. Das bedeudet auch, sich seinen Terminkalender und Tagesablauf nicht zu eng einzuteilen! (Ich kenne das von mir selbst) 😀 Was noch gut tut: Meditieren, Qi-Gong, Yin Yoga, spazieren gehen, ein schönes Buch lesen, Thermenbesuche oder es sich zuhause einfach gemütlich machen. Allgemeine Ernährungstipss für das Yin, siehe bei > Ying und Yang in Balance

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